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Ferien via Internet: Kampf gegen Bewertungsbetrüger

Das Ferienportal Holidaycheck aus Bottighofen hat aufgedeckt, dass Hotels nachweislich gefälschte Bewertungen einkauften. Nun klagt das Unternehmen gegen die Organisatoren der Fake-Bewertungen.
Stefan Borkert
Holidaycheck markiert Hotels, die verdächtig sind, Fake-Bewertungen zu nutzen. (Bild: PD)

Holidaycheck markiert Hotels, die verdächtig sind, Fake-Bewertungen zu nutzen. (Bild: PD)

Positive Bewertungen, die für Produkte oder Ferien im Internet abgegeben werden, sind gefragt. Nicht wenige potenzielle Kunden entscheiden nach den Sternen, die vergeben wurden. Doch kann man nicht allen Bewertungen trauen, denn immer wieder kommt es vor, dass solche manipuliert oder gefälscht sind.

Schon vor Jahren hat Holidaycheck den falschen Bewertungen den Kampf angesagt. So hat das Unternehmen für Abmahnungen gegen Hotels gesorgt, die erwiesenermassen gefälschte Bewertungen eingekauft haben. Jetzt geht man in Bottighofen noch ­einen Schritt weiter und reicht Klage ein gegen die Organisatoren der Fake-Bewertungen. Dabei handelt es sich aktuell um das Unternehmen Fivestar Marketing mit Sitz im mittelamerikanischen Staat Belize.

So wirbt Fivestar: «Sterne für Ihr Unternehmen. Erhalten Sie echte Bewertungen von unseren verifizierten Rezensenten, die der hohen Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen gerecht werden.» 30 Prozent mehr Umsatz werden in Aussicht gestellt. Amazon-Bewertungen gibt es für 22.95 Euro. Facebook-, Google- oder App-Bewertungen sind schon für 12.95 Euro zu haben. Ausserdem bietet Fivestar massgeschneiderte Lösungen unter anderem für Gastronomie, Tourismus und Onlineshops: «Bei uns können Sie seriöse Bewertungen kaufen», schreibt Five­star. Und begründet: «Für 57 Prozent der Käufer sind die Produktbewertungen wichtig. Eine durchschnittlich positive Bewertung beeinflusst massgeblich die Entscheidung zum Kauf.»

Das ist Holidaycheck ein Dorn im Auge. Das Unternehmen setzt sich für Feriengäste ein und will Anbietern, die unlautere ­Methoden anwenden, das Handwerk legen. Bereits am 5. Februar hat Holidaycheck offiziell Klage am Landgericht München I eingereicht.

Gegen organisierte Täuschung

«Wir wollen das urlauberfreundlichste Unternehmen werden, und dem entgegen stehen ganz klar die organisierte Täuschung des Feriengastes durch gefälschte Bewertungen im grossen Stil», erklärt Christoph Ludmann, CEO der Holidaycheck AG. ­Bereits vergangenes Jahr ist das Fivestar-Marketing-Netzwerk von Holidaycheck identifiziert worden. Dabei handelte es sich um über 50 Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die versuchten, sich mittels gekaufter Bewertungen bei Fivestar Marketing einen Vorteil bei möglichen Kunden zu erschleichen. Weiter heisst es bei Holidaycheck, dass alle betroffenen ­Hotels in einem ersten Schritt durch einen Manipulationshinweis auf der Website von Holidaycheck kenntlich gemacht wurden. Zeitgleich versendete Holidaycheck Abmahnungen an die betroffenen Betriebe mit der Aufforderung, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Ein Grossteil der Hotels hat sich daraufhin verpflichtet, unter Androhung einer Vertragsstrafe, keine gefälschten Bewertungen mehr abzugeben. Andere Hoteliers unterzeichneten nicht nur die Unterlassungserklärung, ­sondern sicherten Holidaycheck auch Unterstützung im Kampf gegen Fivestar Marketing zu und lieferten dafür Beweismittel. «Der Gang vor Gericht ist für uns die logische Konsequenz, um Unternehmen wie Fivestar Marketing das Handwerk zu legen», sagt Ludmann. «Unser Bestreben ist es, langfristig derartige unlautere Geschäftsmodelle zu unterbinden, denn was diese Netzwerke anbieten, ist schlicht eine absichtliche Täuschung.»

Ludmann rechnet damit, dass sich das Verfahren über mehrere Monate hinzieht. Man gehe mit dem Thema ganz bewusst an die Öffentlichkeit, fährt er fort. Die Transparenz gegenüber den Feriengästen sei ein Kernelement der Unternehmensphilosophie. «Daher sehen wir uns auch in der Pflicht, die ­Öffentlichkeit über derartige ­Vorkommnisse und unser Vorgehen dagegen zu informieren.»

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