Fensterbauer
Engelburger Fenster halten Hurrikan stand: Test in den USA bringt Rekordwerte

Die Krapf AG aus Engelburg hat ein extrem dichtes Fenstersystem entwickelt und patentieren lassen. Besonders bei Hochhäusern ist jetzt Schluss mit unerwünschtem Luftzug.

Stefan Borkert
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Fenster von Hochhäusern sind enormen Belastungen ausgesetzt. Die Dichtigkeit kann dabei zum Problem werden.

Fenster von Hochhäusern sind enormen Belastungen ausgesetzt. Die Dichtigkeit kann dabei zum Problem werden.

PD

Die Fassade eines Hochhauses ist enormen Windbelastungen ausgesetzt. Druck- und Sogkräfte betragen schnell über 1000 Kilogramm pro Schiebeelement. An exponierten Lagen sind sogar mehr als vier Tonnen möglich. Das bedeutet, dass die Fenster nur schwer abzudichten sind. Die Engelburger Krapf AG, eine Spezialistin für Metall- und Fassadenbau, beschäftigt gut 80 Mitarbeitende und hat ein weltweit einzigartiges und patentiertes Dichtsystem entwickelt und auf den Markt gebracht. Bei herkömmlichen Dichtungssystemen führen Verformungen zu einer starken Beeinträchtigung der Dichtigkeit, schreibt das Unternehmen in einem Communiqué.

Besonders grosse Schiebefenster stellen eine Herausforderung dar. Die Krapf AG hat eine Lösung gefunden.

Besonders grosse Schiebefenster stellen eine Herausforderung dar. Die Krapf AG hat eine Lösung gefunden.

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Die spezielle Air-Lux-Luftdichtung verfügt demnach über einen Druck- und membranartigen Charakter. Dadurch passt sich die Luftdichtung Bewegungen an und das Schiebeelement bleibe immer hundertprozentig dicht. Weil der konstante Anpressdruck jeglichen Spielraum zwischen Schieber und Festelement eliminiere, seien auch Schlaggeräusche der Profile bei starkem Wind kein Thema, heisst es weiter.

Das Geheimnis ist ein pneumatisches Dichtungssystem

Das Geheimnis der Fenster ist ein pneumatisches Dichtungssystem. Per Druck auf den Taster wird im Rahmen Luft erzeugt und in den Dichtungsschlauch gepumpt. Die Dichtung drückt sich dadurch an das Schieberprofil und verschliesst den Spalt zwischen Schieber und festem Rahmen. Zum Öffnen wird der Taster erneut gedrückt. Die Luft entweicht, und die Dichtung geht zurück in ihre ursprüngliche, eingerollte Position. Da bei entlüfteter Dichtung keine Reibewiderstände wie bei Systemen mit Bürstendichtungen auftreten, kann der Schiebeflügel mit minimalem Kraftaufwand bewegt werden. Und das Unternehmenn teilt weiter mit, dass mit Hilfe der Luftdichtung das System zudem mehr Bautoleranzen als herkömmliche Systeme aufnehmen kann. Bei Hochhäusern seien Schiebeflügel bisher nur selten zum Einsatz gekommen, da die Dichtigkeit bei Schiebeflügeln durch den fehlenden Anpressdruck der Dichtung, seit jeher als problematisch gelten würden, so die Krapf AG.

Air-Lux-Fenster der Krapf AG haben Rekordwerte beim Hurrikan-Test erzielt.

Air-Lux-Fenster der Krapf AG haben Rekordwerte beim Hurrikan-Test erzielt.

PD

Zwei Rekorde beim Hurrikan-Test

Dass das Dichtungssystem tatsächlich alles schlägt, was bisher an Dichtheit auf dem Markt war, belegt das Unternehmen mit einem Hurrikan-Test in den USA. Es handelt sich dabei um einen der anspruchvollsten Tests, dem ein Fenstersystem unterzogen werden kann. Nach Unternehmensangaben haben die Air-Lux-Fenster gleich zwei Rekorde erzielt: Einerseits für die grössten Elemente, die je getestet wurden und für den höchsten Dichtigkeitswert, der je erreicht wurde.

Starkregen und fliegende Holzmasten

Beim Hurrikan-Test werden Fenster mit Wasser und Holzmasten beschossen.

Beim Hurrikan-Test werden Fenster mit Wasser und Holzmasten beschossen.

PD

Beim Hurrikan-Test werden Fenstersysteme unter hurrikanähnlichen Bedingungen getestet. Die Tests simulieren Sog und Druck in einem Masse, wie sie nur in starken Stürmen auftreten. 4500 Mal innerhalb weniger Minuten setzt man die Fenster wechselnd Sog und Druck aus und testet sie dabei auf Luft- oder Wassereintritt. Zudem werden Fenster und Rahmen intensiv beregnet und mit Holzmasten beschossen, wie sie bei Hurrikans durch die Luft fliegen. Die kanadische Firma UL hat insgesamt fünf Air-Lux-Fensterelemente mit unterschiedlichen Öffnungsvarianten getestet.