FENACO: Landi-Konzern trotzt dem Gegenwind

Tiefere Preise und das Wetter fordern den Agrarkonzern. Vermehrt investiert er in neue Geschäfte.

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Der Mischkonzern Fenaco ist mit Geschäftsfeldern wie Detail­handel (Landi, Volg, Top-Shop), Lebensmittelproduktion (Ramseier, Elmer-Citro, Agri natura), Energie (Agrola, Solartechnik) sowie Agrar (Futtermittel und Saatgut) breit abgestützt. Trotzdem können Situationen wie letztes Jahr – sinkende Preise und ungünstiges Wetter – Spuren im Gesamtumsatz hinterlassen. Dieser sank um 1,6% auf 5,94 Mrd. Franken. «Keiner der Märkte, in de­nen wir tätig sind, war 2016 im Aufwind», sagte Martin Keller gestern. Der Fenaco-Chef zeigte sich trotzdem zufrieden, denn der Betriebsgewinn stieg zum vierten Mal in Folge, diesmal um 0,7% auf 123,4 Mio. Franken. Der Reingewinn legte ebenfalls geringfügig auf 96,8 Mio. Fr. zu.

Seit ihrer Gründung 1993 ist die bäuerliche Genossenschaft Fenaco durch Zukäufe, Neugründungen und organisch gewachsen. Über 80 Subunternehmen und 9845 Angestellte sind unter dem Fenaco-Dach versammelt. Volg und Landi konnten trotz starken Wettbewerbs und wachsender Auslandeinkäufe Marktanteile gewinnen. Nach Volg will auch Landi einen Onlineladen lancieren. Im Agrargeschäft sank der Umsatz, hauptsächlich wegen Preissenkungen auf Dünger und Pflanzenschutz. Damit habe man die Bauern kostenseitig entlastet. Laut Keller wurde 2016 markant in die Agrartechnik investiert – Stichwort «Landwirtschaft 4.0» und «Smart Farming». Computertechnik und Datenauswertungen sollen die Produktivität der Höfe bereits 2017 verbessern. In der Lebensmittelproduktion belastete ausser der Einkaufstourismus das Schlechtwetter die Grillsaison und somit den Fleischabsatz. Im Energiegeschäft senkten die tiefen Treib- und Brennstoffpreise sowie die Erhöhung der CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe per Anfang 2016 die Verkäufe. Stützend wirkten der steigende Absatz von Holzpellets und der Ausbau des Tankstellennetzes.

Künftig will die Fenaco auch Strom liefern. Dank Speicher­lösungen will sie Strom produzierende Bauern in ihrer Energie-Selbstversorgung unterstützen. «Als erster Anbieter in der Schweiz gelang es uns, Tesla-Powerwalls auf Bauernhöfen und in Wohngebäuden zu installieren», sagte Keller stolz. Auch prüfe man, dereinst Strom an Endkunden zu verkaufen. Für 2017 rechnet die Fenaco laut Keller mit leichten Zuwächsen bei Umsatz und Betriebsgewinn. (eme)