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Fenaco beteiligt Bauern am Gewinn

Der Agrarkonzern Fenaco erzielte 2017 das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Diesen Erfolg will das Unternehmen mit den Bauern teilen - Landi-Mitglieder erhalten je nach Umsatz eine Gewinnbeteiligung.
Raphael Bühlmann
Ein Bauer bei der Ernte auf einem Maisfeld. Aus dem Mais wird Viehfutter produziert. (Bild: Dominik Wunderli; Ufhusen, 10. September 2015)

Ein Bauer bei der Ernte auf einem Maisfeld. Aus dem Mais wird Viehfutter produziert.
(Bild: Dominik Wunderli; Ufhusen, 10. September 2015)

Fenaco bewegt sich in speziellem Marktumfeld. Rechtlich ist die Genossenschaft nach wie vor in den Händen der Bauern. Strukturell weist das Unternehmen die typischen Merkmale eines gemischtwirtschaftlichen Konzerns auf. Den teils wirtschaftlich gebeutelten Landwirten verpflichtet, bleibt Fenaco die schwierige Aufgabe, seine steigende Gewinn- und Umsatzzahlen geschickt zu kommunizieren.

Das vergangene Geschäftsjahr war für den genossenschaftlichen Konzern in verschiedener Hinsicht erfreulich. Der Nettoerlös stieg um 5,3 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken, das Nettoergebnis von 97 auf 105 Millionen und die Anzahl Mitarbeitende überschritt erstmals die 10000-er Grenze. Entsprechend zufrieden gab sich die Unternehmensspitze an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Bern. Anlässlich der guten Zahlen sowie des 25-jährigen Bestehens der Genossenschaft, beteiligt fenaco seine Eigner am Gewinn. «Zum ersten Mal werden wir den Bauern eine Erfolgsbeteiligung zukommen lassen», sagte Fenaco-Präsident, Pierre-André Geiser vor versammelter Presse.

Nur aktive Bauern erhalten Gewinnbeteiligung

Eine Beteiligung, mit der Landwirte weiter gebunden, beziehungsweise neue Genossenschafter dazugewonnen werden sollen. Am Erfolg beteiligt werden nur Mitglieder der Fenaco-Tochter Landi. Die Bedingungen: Sie müssen einen eigenen Hof besitzen und Futtermittel, Saatgut oder Dünger für mindestens 5000 Franken pro Jahr bestellen.

«Zum ersten Mal werden wir den Bauern eine Erfolgsbeteiligung zukommen lassen.»
Pierre-André Geiser, Fenaco-Präsident

Laut Fenaco haben Nicht-Mitglieder bis im Juli Zeit, sich als Genossenschafter zu registrieren umso ebenfalls in den Genuss der Ausschüttung zu kommen. Maximal beträgt die Rückvergütung 1000 Franken, dafür sind allerdings Warenbezüge für 50000 Franken nötig. Eine Bedingung, die vor allem Betrieben ohne eigene Futtergrundlage, wie beispielsweise die Geflügel- oder die Schweinemasthaltung zugutekommen dürfte. Wie Fenaco-Geschäftsführer Martin Keller ausführte, soll die Gewinnbeteiligung auch in den kommenden Jahren beibehalten werden.

Das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte

Der von landwirtschaftlichen Genossenschaften getragene Agrarkonzern Fenaco blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Der Konzern konnte beim Umsatz zulegen und erzielte das beste Ergebnis seiner 25-jährigen Unternehmensgeschichte. Unter dem Strich verdiente der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 105 Millionen Franken und damit 8 Millionen mehr als im Vorjahr. Auf betrieblicher Ebene, also vor Zinsen und Steuern, legte der Gewinn (Ebit) um 4 Prozent auf 129 Millionen Franken zu. Insgesamt legte der Umsatz konzernweit um 5,3 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken zu. Beim Detailhandel stieg der Erlös um 6 Prozent auf 1,96 Milliarden Franken. Rückläufig entwickelten sich hingegen die Geschäfte in der Sparte Lebensmittelindustrie. Hier wurde ein um 0,9 Prozent tieferer Erlös von 1,25 Milliarden verbucht. Der Rückgang sei auf die tieferen Nettoerlöse in den Geschäftsbereichen Fleisch und Getränke zurückzuführen. (sda)

Insgesamt sollen rund 6 Millionen Franken ausbezahlt werden. Anders als bei einer Aktiengesellschaft, ist die Genossenschaft dabei ziemlich frei, wie sie ihre Überschüsse verwenden will. Denn obschon nur aktive Landwirte von der Vergütung profitieren, trug der Agrarhandel mit eher tieferen Margen und einem Umsatzplus von 2,5 Prozent nur mittelmässig zum Wachstum bei. Bedeutender mit einem Umsatzplus von 16 Prozent war da die Division Energie und Diverses. Durch Investitionen und durch neue Angebot habe man das Energiegeschäft vorantrieben können. Dies nicht zuletzt, weil sich die Absatzzahlen von Holzpellets erfreulich entwickelt hätten.

Sogar als «Perlen» bezeichnete Fenaco-Chef Keller die diversen Geschäftsbereiche, darunter der IT-Konzern Bison, den Chemiehändler Halag, das Transportunternehmen Traveco, die Medizinalfutterfirma Ufamed sowie die Ufag Laboratorien. Ihr Anteil am Gesamterlös betrug letztes Jahr zwar lediglich 125 Millionen Franken, die Margen in den Dienstleistungsgeschäften sind aber einiges höher als im Agrarbereich.

Agrarbereich wächst dank Zukäufen in Frankreich

Auch eine höhere Rentabilität erzielt Fenaco im Detailhandel, der sich mit einem Umsatzplus von 6 Prozent weiter positiv entwickelt. Landi-Läden und die Volg-Gruppe kratzten zusammen an der 2-Milliarden-Grenze – die umsatzträchtigste Division bei Fenaco. Volg wie auch Landi konnten dabei Marktanteile dazugewinnen. Hier erweise sich die klare Nischenstrategie mit frischen und lokalen Produkten als Erfolg, so Keller. Zum Wachstum beigetragen hätten ferner die Akquisition des Detailhandelsgrossisten Cadar und der Einstieg in den Online-Handel.

Spätfrost beeinflusst Ergebnis

Im Agrarbereich liess in erster Linie die Expansion ins Ausland den Umsatz um 2,5 Prozent ansteigen. Ende 2016 kaufte Fenaco in Frankreich den Claas-Händler Dousset Matelin mit Sitz in Neuville-de-Poitou. Als schwierig kommentierte Konzernchef Keller das Agrarjahr 2017 in Bezug auf dem Spätfrost im Frühjahr. So habe die Fenaco-Tochter Ramseier einen deutlichen Mangel am Mostobst verzeichnet und musste auf Importe ausweichen. Hervorragend sei dafür die Getreideernte gewesen. «Ausgewogen präsentierte sich auch der Fleischmarkt, mit Angebotsüberhängen im Schweinemarkt», so Keller. Bei Letzterem würden Massnahmen ergriffen, um die Nachfrage zu steigern und das Angebot dem sinkenden Konsum anzupassen. «Erfreulich ist zudem die weiter steigende Nachfrage nach Schweizer Eiern», so Keller weiter.

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