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Fehler im Geschäftsbericht können schnell teuer werden

Alle Jahre im Frühling müssen börsenkotierte Unternehmen ihre Bücher öffnen. Und regelmässig beanstandet die Börse Fehler in den Geschäftsberichten. Auch heuer rügte sie diverse Firmen.
Geschäftsberichte werden von der Schweizer Börse periodisch überprüft. Symbolbild: Freepik

Geschäftsberichte werden von der Schweizer Börse periodisch überprüft. Symbolbild: Freepik

(sda/lb) Die diesjährige Geschäftsberichte-Saison ist bereits fortgeschritten, der Grossteil der pflichtigen Unternehmen hat seine Bücher offengelegt. Doch nicht immer weisen die an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen ihre Ergebnisse korrekt aus. Geahndet werden können Verstösse gegen die Rechnungslegungsvorschriften mit Bussen von bis zu 10 Millionen Franken. Meist einigen sich die Firmen allerdings mit der Börsenaufsicht auf eine Korrektur. Wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet, gab es auch 2018 für die SIX Exchange Regulation mehrfach Grund, Finanzberichterstattungen zu beanstanden. In zwei Fällen einigte sich die unabhängige Überwachungsinstanz der Börse demnach mit den betroffenen Unternehmen, in einem weiteren Fall sei es indes zu einem Sanktionsantrag gekommen.

Konkret wird dem Solarindustriezulieferer Meyer Burger vorgeworfen, dass er im Jahresabschluss 2016 und im Halbjahresabschluss 2017 gegen den angewandten Rechnungslegungsstandard verstossen hat. Das Unternehmen sieht das allerdings anders. Laut der SIX Exchange Regulation hat Meyer Burger wichtige Kennzahlen wie den Betriebsgewinn zu hoch ausgewiesen. Abschreibungen und Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Schliessung der US-Tochtergesellschaft Diamond Materials Tech hätten nicht als ausserordentliches Ereignis erfasst werden dürfen. Es handle sich um kein äusserst seltenes Ereignis und sei auch nicht unvorhersehbar gewesen, lautet das Urteil. Denn bei Meyer Burger habe es in den vergangenen Jahren bereits diverse Schliessungen und Restrukturierungen gegeben, unter anderen auch bei eben dieser Tochtergesellschaft.

Börse forderte von 30 Firmen Verbesserungen

Das Gebäudetechnikunternehmen Meier Tobler und der Milchverarbeiter Hochdorf hingegen einigten sich gemäss Bericht mit der Börse, Fehler in den Abschlüssen zu korrigieren und 27'000 Franken beziehungsweise 10'000 Franken an die Stiftung für Fachempfehlungen zur Rechnungslegung zu zahlen.

Rund 30 Unternehmen erhielten zudem einen sogenannten «Comment Letter» von der Kontrollstelle. Er enthält Empfehlungen und fordert Verbesserungen für den nächsten Abschluss – jedoch ohne Sanktion. Diese Schreiben seien aber nicht öffentlich, so Reto Zemp, Leiter Financial Reporting bei der SIX Exchange Regulation, zur SDA. Wie viele Unternehmen 2018 überprüft wurden, wird ebenfalls nicht veröffentlicht. Das Ziel sei es, die Rechnungslegung von jedem Emittenten mindestens alle fünf bis acht Jahre zu beleuchten.

Die Durchsicht der Abschlussberichte erfolgt laut der Börse «risikoorientiert» und wird durch Stichproben ergänzt. Sprich Unternehmen, die zum Beispiel eine Firma aufkaufen oder sich in einer Restrukturierung befinden, stehen eher im Fokus. Bei Fahrlässigkeit kann eine Busse von bis zu 1 Million Franken anfallen, bei Vorsatz gar bis zu 10 Millionen. In der Praxis bleibt es aber oft bei einem Verweis.

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