Federtechnik Wangs sperrt zu

In einem Jahr schliesst die Federtechnik Wangs AG ihre Betriebsstätte mit 62 Mitarbeitenden. Alle Tätigkeiten sollen in den kommenden Monaten «wenn immer möglich» nach Kaltbrunn verlagert werden.

Heinz Gmür
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WANGS. Der Verwaltungsrat der Federtechnik Wangs AG hat entschieden, das Werk per Ende Oktober 2016 zu schliessen. Alle Tätigkeiten sollen in den kommenden Monaten, «wenn immer möglich und schrittweise», zur Schwesterfirma Federtechnik Kaltbrunn AG verlagert werden, die rund 150 Mitarbeitende hat. Der Verwaltungsrat bilde mit einer Vertretung der beiden Federtechnikfirmen eine Arbeitsgruppe, die alle Fragen klären soll. Mit allen Mitarbeitenden der Federtechnik Wangs AG werde die persönliche Situation bis Ende November 2015 besprochen. Alle Massnahmen werden laut Verwaltungsrat «rücksichtsvoll und so sozialverträglich wie möglich umgesetzt». Verwaltungsratspräsident Jakob Huber sagt, es würden auch alle Produkte von Wangs nach Kaltbrunn verlagert. «Damit müssen auch alle Tätigkeiten weitergeführt werden, entsprechende Stellen werden in Kaltbrunn angeboten.»

Frankenstärke als Erklärung

Wegen der Rationalisierungsmassnahmen werde ein Teil der Stellen wegfallen – wie viele und wie viele Wangser Angestellte in Kaltbrunn beschäftigt würden, werde durch die Arbeitsgruppe geklärt. Wichtig sei, dass als Folge des Entscheids zur Verlagerung noch keine Kündigungen ausgesprochen worden seien.

Das Unternehmen erklärt die Schliessung vor allem mit dem starken Franken. «Der Fall des Euro von 1.20 Franken auf fast 1 Franken hat die Federtechnik Wangs AG hart getroffen.» Und schon in den Jahren 2010 und 2011, als der Euro von 1.51 Fr. auf 1.20 Fr. gefallen sei, habe der Kursverfall der Federtechnik Wangs «sehr zu schaffen» gemacht.

Missgriff mit Grossprojekt

«Die vielen verbindlichen langfristigen Verträge in Euro waren nicht mehr kostendeckend», hält der Verwaltungsrat fest. So habe man damals alles daran gesetzt, mit einem neuen Geschäftsführer, zusätzlichen Umsätzen und neuen Produkten die Rückkehr in die schwarzen Zahlen zu schaffen. Besondere Erwartungen habe man dabei in ein grosses Automobilzulieferprojekt gesetzt.

All diese Massnahmen hätten zwar zu Verbesserungen geführt, den Verlust aus dem verschlechterten Wechselkurs aber nicht ausgeglichen. Hinzu kam, dass der erwartete Ertrag des Grossprojekts ausblieb.

Sicherung von drei Firmen

Im Sommer 2014 wollte der Verwaltungsrat dann mit weiteren Massnahmen die Federtechnik Wangs «wieder in die schwarzen Zahlen» führen. Erste Erfolge seien dann aber zunichte gemacht worden, nachdem die Nationalbank am 15. Januar 2015 den Euromindestkurs von 1.20 aufgehoben hatte. Seither hätten sich die Verluste der Firma «von Monat zu Monat» erhöht. Das Werk werde geschlossen, um die Zukunft der anderen, trotz Einbussen gut gehenden Federtechnikfirmen zu sichern. Neben jener in Kaltbrunn sind das die Feinstanz AG mit 65 Angestellten in Rapperswil-Jona und die Federnfabrik Egli AG mit rund 30 Beschäftigten in Dübendorf.