Familienkrach bei den Hyundais

Der Familienstreit um die Macht bei Südkoreas Werft Hyundai Engineering spitzt sich zu.

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Seoul. Der weltweit fünftgrösste Autohersteller Hyundai Motor hat ein Übernahmeangebot für den ehemaligen Schwesterkonzern Hyundai Engineering angekündigt. «Die Gruppe wird die Transaktion mit Eigenkapital finanzieren», erklärte das Unternehmen. Am Freitag hatten die Gläubiger der Werft, zu denen auch die Korea Exchange Bank gehört, ihren 35%-Anteil im Wert von 2,6 Mrd. $ zum Verkauf gestellt. Vorläufige Gebote sind bis zum 1. Oktober möglich, endgültige bis zum 12. November.

Ein heftiger Bieterwettstreit wird damit immer wahrscheinlicher. Die Werft galt lange Zeit als Kronjuwel der Hyundai Group, fiel jedoch 2001 in Folge von Finanzschwierigkeiten in die Hände von Gläubigern. Damals brach auch das einstmals grösste Konglomerat Südkoreas auseinander. Auch die ehemalige Mutter, die Hyundai Group, bemüht sich nun um die Kontrolle bei der Werft.

Während Hyundai Motor von Chung Mong Koo, dem Sohn des verstorbenen Firmengründers, geführt wird, wird die Hyundai Group von Hyun Jeong Eun, einer der Schwiegertöchter des Gründers, geleitet.

Analysten zufolge wird die Finanzkraft des Bieters über den Erfolg entscheiden. Hyundai Motor steht dabei deutlich besser da als die Hyundai Group. Der Bieterwettkampf hat am Markt Spekulationen angeheizt, dass die Offerten noch aufgestockt werden. Die Papiere von Hyundai Engineering gingen gestern mit einem Plus von 4,9% aus dem Handel. (rtr)