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Fall Raiffeisen: Chronologie der Ereignisse

Wegen der «Affäre Vincenz» bleibt bei Raiffeisen kein Stein auf dem anderen: Beinahe alle Verwaltungsräte haben im vergangenen Jahr ihren Rücktritt angekündigt. Seit November steht mit Guy Lachappelle eine neuer Mann an der Spitze. Lesen Sie die wichtigsten Ereignisse in unserer Chronologie.
Alexandra Pavlovic
27. Februar 2018

Die Aduno-Gruppe hat gegen ihren ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten Pierin Vincenz Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eingereicht.

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.

Pierin Vincenz war bis vor knapp drei Jahren als Chef von Raiffeisen der vielleicht einflussreichste Banker in der Schweiz. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich ermittelt in Sachen ungetreue Geschäftsbesorgung gegen den 61-Jährigen und einen seiner Mitstreiter. Ins Rollen gebracht hat die Strafuntersuchung der Verwaltungsrat der Aduno-Gruppe, der am 21. Dezember 2017 Strafanzeige gegen die beiden verdächtigen Personen eingereicht hatte.

Kurz nach der Anzeige der Aduno-Gruppe reichte auch der Verwaltungsrat von Raiffeisen auf Antrag der Geschäftsleitung Strafanzeige gegen Vincenz und weitere, möglicherweise involvierte Personen ein.

28. Februar 2018

Pierin Vincenz hatte zwei Tage vor Bekanntwerden der strafrechtlichen Untersuchung seinen Rücktritt auf die nächste Generalversammlung im April angekündigt.

Bereits am 13. Oktober 2017 hatte die Finanzmarktaufsicht (Finma) eine Untersuchung gegen Raiffeisen in Sachen Corporate Governance angestrengt. Auch Vincenz persönlich wurde von der Finma unter die Lupe genommen, was ihn kurz darauf zum Rücktritt als Verwaltungsratspräsident der Helvetia-Versicherungen zwang. Vincenz sagte schon damals, er sei sich keiner Schuld bewusst.

1. März 2018

Der Bankenexperte Peter V. Kunz von der Universität Bern übt in einem Interview harsche Kritik an der Zusammensetzung des Raiffeisen-Verwaltungsrates – es handle sich um einen amateurhaften KMU-Verwaltungsrat, der so nicht funktioniere. «Ein solches Gremium konnte eine dominante Person wie Herrn Vincenz und seine Entscheide gar nicht hinterfragen.» Der frühere Raiffeisen-Chef konnte schalten und walten, wie es ihm beliebte, sagt Kunz.

2. März 2018

Nach der harschen Kritik des Berner Bankenexperten Peter V. Kunz am Verwaltungsrat der Raiffeisenbank schlägt dieser zurück. Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbandes und Mitglied des Verwaltungsrats von Raiffeisen, ist mit Kunz' Aussagen nicht einverstanden und kontert: «Verwaltungsräte können nun mal nicht über Dinge entscheiden und sie zurückweisen, von denen sie nichts wussten und die nicht ins Gremium hineingetragen worden sind.» Raiffeisen habe keinen schwachen Verwaltungsrat. Vielmehr seien alle Entscheidungen der letzten Jahre hinterfragt worden, und man habe im Gremium vor einem Entscheid jeweils hart diskutiert. Kein Entscheid habe zu einem finanziellen Schaden geführt, und die erfolgreichen Ergebnisse auf allen Ebenen zeigten, dass nicht alles falsch war.

2. März 2018

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz kommt in Untersuchungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht Zürich ist den Anträgen der Staatsanwaltschaft III gefolgt und hat für Pierin Vincenz und ein ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der Kreditkartengesellschaft Aduno Untersuchungshaft angeordnet. Insbesondere mit der Verhaftung Vincenz' wollte die Zürcher Justiz verhindern, dass er sich mit weiteren Beschuldigten abspricht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Raiffeisen-Chef ungetreue Geschäftsbesorgung vor. Er soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Vincenz bestritt die Vorwürfe. Ermittelt wird aber nicht nur gegen den früheren Banken-Chef und das ehemalige Mitglied des Aduno-Verwaltungsrats, Beat Stocker, sondern auch gegen drei weitere Personen aus dem beruflichen Umfeld von Vincenz. Auslöser für das Strafverfahren ist eine Anzeige von Aduno vom Dezember 2017. Bekannt ist aus einem Gutachten, dass Vincenz 2005 an einer Firmenübernahme der von ihm präsidierten Aduno rund 1,7 Millionen Franken verdient hat.

7. März 2018

Strenges Haftregime, Isolation während 23 Stunden am Tag, Unklarheit über die Dauer der Haft – für Betroffene ist eine Untersuchungshaft in aller Regel nicht leicht zu ertragen. Das gilt sicher auch für den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Nach dessen Verhaftung wurde bekannt, dass gleichzeitig sämtliche Konten des Ex-Bankers blockiert wurden: Geld konnte nicht mehr transferiert werden.

Von den Kontensperrungen waren auch Vincenz' Frau Nadja Ceregato, langjährige Rechts- und Compliance-Chefin bei Raiffeisen, und seine beiden volljährigen Töchter betroffen.

8. März 2018
Johannes Rüegg-Stürm. (Bild: Keystone)

Johannes Rüegg-Stürm. (Bild: Keystone)

Die Verhaftung von Pierin Vincenz hat bei Raiffeisen schliesslich ein erstes Opfer gefunden: Johannes Rüegg-Stürm, Verwaltungsratspräsident, ist im März von seinem Amt zurückgetreten. Angesichts der Entwicklungen in Zusammenhang mit dem eingeleiteten Strafverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Pierin Vincenz, sowie des noch immer laufenden Finma-Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz war der Rücktritt ein wichtiger Schritt, um die Glaubwürdigkeit von Raiffeisen Schweiz langfristig zu erhalten, hielt die Bank in einem Schreiben fest. «Mein Schritt ermöglicht, dass eine unbelastete Persönlichkeit diese Aufgabe übernehmen kann», begründete Rüegg-Stürm, der auch an der Universität St.Gallen lehrt, seinen Entscheid.

Der Verwaltungsrat hat daraufhin Pascal Gantenbein zum Vizepräsidenten gewählt. Er führt das Gremium interimistisch. Gantenbein ist 2017 als unabhängiger Verwaltungsrat ins oberste Führungsgremium von Raiffeisen Schweiz gewählt worden. Gantenbein ist ein ausgewiesener Immobilien- und Risikoexperte, seit 2007 ist er ordentlicher Professor für Finanzmanagement an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel sowie seit 2015 deren Studiendekan.

8. März 2018

In einer weiteren Mitteilung hat Raiffeisen angekündigt, an der Delegiertenversammlung vom 16. Juni in Lugano zwei neue Kandidaten zur Wahl vorzuschlagen: den 55-jährigen Wirtschaftsprüfer und Bankenexperten Rolf Walker sowie den 52-jährigen Unternehmer Thomas Rauber. Die beiden sollen die austretenden Verwaltungsräte Edgar Wohlhauser und Werner Zollinger ersetzen, die aufgrund der statutarischen Amtszeitbeschränkung zurücktreten.

Neue Gesichter bei Raiffeisen: Der 55-jährige Rolf Walker und der 52-jährige Thomas Rauber stossen neu zum Verwaltungsrat.

Neue Gesichter bei Raiffeisen: Der 55-jährige Rolf Walker und der 52-jährige Thomas Rauber stossen neu zum Verwaltungsrat.

Etliche Verwaltungsratsmitglieder der Zentrale haben bereits ihren Rücktritt verkündet. Mit Olivier Roussy will nur einer nicht bis 2020 aus dem Rat ausscheiden.

15. März 2018

Auch zwei Wochen nach seiner Verhaftung war der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz nicht auf freiem Fuss und musste weiterhin in Untersuchungshaft bleiben. «Die Untersuchungshaft wird für drei Monate ausgesprochen», sagte damals Corinne Bouvard von der Zürcher Staatsanwaltschaft. Der Richter könne die Zeit jedoch verkürzen oder verlängern. Zudem dürfe der Inhaftierte eine Haftentlassung beantragen. Vincenz musste also weiterhin den überwiegenden Teil seines Alltags in einer zehn Quadratmeter grossen Zelle verbringen.

Diese ist möbliert mit Tisch, Bett und Sitzgelegenheit. WC und Lavabo befinden sich ebenfalls in der Zelle – nebst Fernseher, Radio und einem Wasserkocher. Besucher sind zudem vom Untersuchungshäftling durch eine Glasscheibe getrennt, das persönliche und vertrauliche Gespräch ist nicht möglich.

22. April 2018
Bruno Gehrig agiert als unabhängiger Chefermittler.

Bruno Gehrig agiert als unabhängiger Chefermittler.

Der 71-jährige Bruno Gehrig erklärte sich bereit, als unabhängiger Chefermittler zusammen mit einem Team von Wirtschaftsanwälten bei der angeschlagenen Raiffeisen für lückenlose Transparenz zu sorgen. Gehrig gehört zu den führenden Ökonomen des Landes, diente der Bankenaufsicht und der Nationalbank und hat viel Erfahrung in der Privatwirtschaft.

Raiffeisen hatte Gehrig als sogenannten Lead Investigator mit einem Expertenteam der Zürcher Anwaltskanzlei Homburger mit einer internen Untersuchung der Ära Vincenz beauftragt. Dabei wurde die Unabhängigkeit Gehrigs unterstrichen. Doch genau dies wird bezweifelt. Eine fast zwei Jahrzehnte zurückliegende Episode wirft die Frage auf, ob Ökonom Bruno Gehrig der richtige Mann ist, um die Ära Vincenz bei der Raiffeisenbank zu durchleuchten. Im Februar 1999 war Gehrig nämlich Gastredner bei der Feier des 100-jährigen Bestehens der Bank.

16. Mai 2018

Die Untersuchungshaft von Pierin Vincenz wird um weitere drei Monate verlängert. Die Staatsanwaltschaft ist erneut auf mögliche strafrechtlich relevante Transaktionen gestossen. Ausserdem kam es wieder zu Hausdurchsuchungen.

Und während Vincenz weiter in Untersuchungshaft sitzt, hat der Bündner Stromversorger Repower eine neue Verwaltungsratspräsidentin. An der Generalversammlung des Unternehmens wählten die Aktionäre Monika Krüsi in das Amt. Sie ersetzt damit den ehemaligen Raiffeisen-Chef.

13. Juni 2018

«Unter Auflage verschiedener Ersatzmassnahmen» ist Pierin Vincenz nach 15 Wochen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Sein langjähriger Geschäftspartner Beat Stocker, wie Vincenz ein ehemaliger Aduno-Verwaltungsrat, wurde ebenfalls freigelassen. Trotz Freilassung laufen die Ermittlungen gegen sämtliche Beschuldigten weiter. Nebst Vincenz und dem Geschäftspartner wird gegen weitere Personen aus deren beruflichem Umfeld ermittelt.

Pierin Vincenz. (Bild: Keystone)

Pierin Vincenz. (Bild: Keystone)

Der 62-jährige Vincenz äusserte sich nach seiner Freilassung kritisch über die Untersuchungshaft. Sie sei «unnötig und in ihrer Länge völlig unverhältnismässig gewesen». Die Themenkreise des Verfahrens lägen Jahre zurück und seien bestens dokumentiert, begründete er seine Kritik.

13. Juni 2018

Vincenz verlor während seiner Zeit in Haft mehrere seiner Ämter, so beispielsweise beim Stromkonzern Repower, bei dem er Präsident war. Bei der Versicherungsgruppe Helvetia trat er schon Ende 2017 als Präsident zurück.

Nicht verloren aber geräumt hat Vincenz' Ehefrau, Chefjuristin Nadja Ceregato, ihren Posten bei Raiffeisen. Ceregato befand sich seit vergangenem Herbst in einem Sabbatical und kam mit ihrem Arbeitgeber zum Schluss, dass eine Rückkehr nicht opportun wäre. Raiffeisen betonte, dass es keine Verdachtsmomente gegen sie gebe.

13. Juni 2018

Unter Auflagen ist der frühere Raiffeisen-Chef aus der Untersuchungshaft freigelassen worden. Wirtschaftsrechtler Peter V. Kunz erwartet trotz Zweifeln an strafrechtlich relevanten Tatbeständen, dass es zur Anklage gegen Pierin Vincenz kommt. Dennoch sagt der Wirtschaftsprofessor: «Pierin Vincenz' Reputation in der Schweizer Wirtschaft ist in jedem Fall zerstört.»

14. Juni 2018

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) veröffentlicht die wichtigsten Erkenntnisse ihres im Oktober 2017 eröffneten Zwangsverfahrens gegen Raiffeisen. Die Behörde spricht von Verstössen und Unterlassungen des Verwaltungsrates, die «in ihrer Gesamtheit eine schwere Verletzung von Aufsichtsrecht» darstellten. Die Rede ist von schweren Mängeln in der Corporate Governance, also der Unternehmensführung.

Hintergrund der Enforcement­untersuchung ist die Affäre um Pierin Vincenz. Der frühere Raiffeisen-Chef hatte in der Bank ­ungewöhnlich viele Freiheiten genossen. Zu viele, lautet der Finma-Befund. «Der Verwaltungsrat hat die Pflicht zur Oberaufsicht des CEO vernachlässigt, indem er die Einhaltung der internen Regelung nicht durchgesetzt hat», schreibt die Behörde in der fünfseitigen Zusammenfassung ihrer Untersuchungsergebnisse.

20. Juni 2018

Seit Bekanntwerden des Finma-Berichts drängte die Frage, wie die HSG auf die Vorwürfe gegen ihren langjährigen Professor reagieren würde. Ende Juni hat die Leitung der Universität St.Gallen erstmals Stellung genommen: Knapp und trocken erklärt sie, dass sie «die von der Finma vorgelegte öffentliche Zusammenfassung des Untersuchungsberichts und die damit verbundenen Vorwürfe gegen den ehemaligen Verwaltungsrat der Raiffeisen zur Kenntnis nimmt». Die «aktive praktisch-unternehmerische Erfahrung» der Professoren werde von der Universität begrüsst und gehöre zu ihrem Profil; die Nebentätigkeit von ­Rüegg-Stürm bei Raiffeisen sei aufgrund des Nebentätigkeitsreglements bewilligt und sein Anstellungsgrad bei der Uni reduziert worden. Wie bei allen Dozierenden wurden Professor Rüegg-Stürms Tätigkeiten in Forschung und Lehre regelmässig überprüft: Er sei «seinen Verpflichtungen jederzeit nachgekommen», heisst es.

Die HSG-Leitung sieht keinerlei Anlass, ihren öffentlich stark kritisierten Public-Governance-Experten aus der Schusslinie zu nehmen. Doch wird der Professor im nächsten halben Jahr auf dem Rosenberg keine Vorlesungen mehr halten: Er nimmt ab Herbst 2018 eine Auszeit. Oder wie es in der Mitteilung heisst: «Er hat sich entschieden, das von ihm aufgrund seines bisherigen Mandats bei Raiffeisen bislang aufgeschobene Forschungsfreisemester zu beziehen, und wird somit während dieser Zeit nicht in der Lehre tätig sein.»

18. Juli 2018

Kaum mehr als einen Monat nach der Freilassung von Pierin Vincenz folgt bei Raiffeisen der nächste Knall: Konzernchef Patrik Gisel hat sich entschieden, seine Funktion als Vorsitzender der Geschäftsleitung auf Ende Jahr abzugeben. «Mit meinem Rücktritt möchte ich die öffentliche Debatte um meine Person und die Bank beruhigen und die Reputation von Raiffeisen schützen», begründet Patrik Gisel, der Raiffeisen Schweiz seit Oktober 2015 operativ leitet, seinen Entscheid. Wegen der Affäre um das Geschäftsgebaren des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz war Gisel in der Öffentlichkeit wiederholt kritisiert worden.

Die Suche erstreckt sich aber nicht nur auf einen neuen Konzernchef. Anfang März hatte bereits Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm wegen der «Affäre Vincenz» den Bettel hingeschmissen. Seither wird das Aufsichtsgremium interimistisch von Vizepräsident Pascal Gantenbein geleitet.

26. Juli 2018

Raiffeisen gibt bekannt, dass Vizepräsident Pascal Gantenbein nun doch nicht mehr Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz werden will. Erst an der Delegiertenversammlung im Juni 2018 hatte Gantenbein angekündigt, sich für das Amt zur Verfügung stellen zu wollen.

22. August 2018

Raiffeisen gibt an ihrer Halbjahres-Medienkonferenz bekannt, dass das Geschäft der Raiffeisen-Gruppe im ersten Halbjahr 2018 kaum unter den Turbulenzen der letzten Monate gelitten habe. Unter dem Strich stand ein 4,1 Prozent tieferer Reingewinn von 416,3 Millionen Franken.

29. August 2018

Raiffeisen gibt Details zum Reformprogramm namens «Fokus 21» bekannt: Das Programm will im Nachgang der Affäre Vincenz den Verwaltungsrat professionalisieren. Zum anderen gibt die Aufarbeitung der Affäre Anlass, die Strukturen der Raiffeisen-Gruppe zu überarbeiten und das Zusammenspiel zwischen der Zentrale in St.Gallen und den einzelnen Raiffeisenbanken sowie deren Regionalverbänden in zeitgemässe Modelle einzubetten.

24. September 2018

Raiffeisen hat nach monatelangen Turbulenzen die Nachfolge für das Verwaltungsratspräsidium geregelt. Neuer Präsident der drittgrössten Schweizer Bankengruppe soll Guy Lachappelle werden, der derzeit die Basler Kantonalbank führt.

Raiffeisen gab ausserdem weitere Nominationen in den Verwaltungsrat bekannt: Neu sollen Karin Valenzano Rossi, Andrej Golob, Thomas Müller und Beat Schwab in das Gremium einziehen.

Die Wahl von Lachappelle und der weiteren nominierten Verwaltungsräte soll am 10. November an einer ausserordentlichen Raiffeisen-Delegiertenversammlung in Brugg stattfinden.

10. November 2018
Guy Lachappelle. (Bild: Keystone)

Guy Lachappelle. (Bild: Keystone)

Raiffeisen hat mit Guy Lachappelle einen neuen Chef des Aufsichtsgremiums. Mit über 90 Prozent der Stimmen wählten ihn die 163 Delegierten in Brugg zum neuen Verwaltungsratspräsidenten. Der derzeitige CEO der Basler Kantonalbank übernimmt damit die Nachfolge von Pascal Gantenbein, der den Verwaltungsrat seit März als Vizepräsident ad interim führt.

Zudem haben die Delegierten vier neue Verwaltungsratsmitglieder gewählt: Karin Valenzano Rossi, Andrej Golob, Thomas Müller und Beat Schwab.

20. November 2018

Heinz Huber wird per 7. Januar 2019 neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen. Er tritt damit die Nachfolge von Patrik Gisel an. Elf Jahre lang war Heinz Huber bei der Thurgauer Kantonalbank tätig, davon die letzten vier als Vorsitzender der Geschäftsleitung.

22. Januar 2019

Der Gehrig-Bericht wird veröffentlicht: Die Untersuchung unter der Führung des Wirtschaftsprofessors Bruno Gehrig hat zwar keine Nachweise für strafrechtlich relevante Taten gefunden. Allerdings stellte sie gravierende Mängel beim Kauf und Management von Beteiligungen fest.

Raiffeisen kündigt ein umfassendes Massnahmenpaket an. Drei Geschäftsleitungsmitglieder nehmen nun den Hut. Gabriele Burn und Beat Hodel hätten am Vortag per sofort ihre Funktionen abgegeben, schrieb die genossenschaftlich organisierte Bankengruppe in einer Mitteilung. Paulo Brügger habe ebenfalls per sofort seinen Rücktritt als Mitglied der Geschäftsleitung erklärt.

Damit seien alle Geschäftsleitungsmitglieder aus dem Unternehmen ausgeschieden, die bereits vor 2015 in der Ära von Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz Teil des Gremiums gewesen seien. Auch Generalsekretär Roland Schaub hat Raiffeisen per sofort verlassen.

15. Februar 2019

Nach seiner Auszeit kehrt der heftig kritisiere Ex-Raiffeisen-Präsident Johannes Rüegg-Stürm zum Beginn des Frühlingssemesters an die Universität St.Gallen zurück. Professor Rüegg-Stürm werde «auf Master- und Doktoratsstufe sowie in der Weiterbildung in den Themengebieten Management und Organisation unterrichten», lässt das Rektorat auf Anfrage verlauten.

Und er werde «weiterhin auch seine Verantwortung als Programmverantwortlicher des Masterprogramms in Management, Organisation und Kultur wahrnehmen». Ein pikantes Stichwort: Von Verantwortung, allerdings vernachlässigter, war im Zusammenhang mit dem ehemaligen Raiffeisen-Präsidenten oft die Rede gewesen. Dem Mann, der für sein Mandat bei der Bank noch 2017 ein Gehalt von 548000 Franken kassiert hatte, wurde eine Mitschuld an den Missständen der Ära Vincenz vorgeworfen.

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