Externe Experten für Alno-Rettung

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Sanierung Der insolvente süddeutsche Küchenbauer Alno kann ein vorläufiges Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung an die Hand nehmen. Das Amtsgericht Hechingen hat einem entsprechenden Antrag gestern zu­gestimmt. Der Handlungsspielraum der Firmenspitze wird allerdings beschnitten. Zwar geht die Firmenleitung nicht wie im klassischen Insolvenzverfahren an einen Insolvenzverwalter über, doch das Gericht hat einen Anwalt als vorläufigen Sachwalter bestellt, der die Fortschritte überprüft. Zwei weitere Anwälte werden als Chief Restructuring Officers das Unternehmen in den Sanierungsarbeiten unterstützen und als Generalbevollmächtigte der Alno AG auftreten. Die Interessen aller Gläubigergruppen, besonders auch jene der Anleihegläubiger, vertritt ein sechsköpfiger Gläubigerausschuss.

Der Alno-Konzern steckt seit Jahren in den roten Zahlen. Trotz jüngster operativer Fortschritte ist das Unternehmen weiterhin defizitär und derart hoch verschuldet, dass es den Zinsendienst nicht mehr zu leisten vermag. In den vergangenen paar Monaten wurden 200 Arbeitsplätze abgebaut, davon 140 in Deutschland und 60 bei der Schweizer Tochter Bruno Piatti (vgl. Ausgabe von gestern). Ge­genwärtig hat die Gruppe noch 1900 Beschäftigte. Für die Firma Forster Schweizer Stahlküchen in Arbon, die ebenfalls Alno gehört, wird ein Käufer gesucht. (T. G.)