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Export treibt den Aufschwung an

Mit der Thurgauer Industrie geht es weiter aufwärts. An Dynamik gewinnen besonders die Ausfuhren. Dennoch ist nicht alles in Butter. Das gilt auch für den Bau und deutlich ausgeprägter im Detailhandel.
Thomas Griesser Kym
Auch die Thurgauer Fahrzeugindustrie läuft vergleichsweise rund. Hier der Eisenbahnbauer Stadler. (Bild: Thi My Lien Nguyen (Bussnang, 20.9.2017))

Auch die Thurgauer Fahrzeugindustrie läuft vergleichsweise rund. Hier der Eisenbahnbauer Stadler. (Bild: Thi My Lien Nguyen (Bussnang, 20.9.2017))

Thomas Griesser Kym

Im dritten Quartal dieses Jahres hat die Thurgauer Industrie weiter an Schwung gewonnen. Das zeigt das jüngste «Thurgauer Wirtschaftsbarometer», das auf den Umfragen der ETH-Konjunkturforschung KOF beruht und zusammen mit der IHK Thurgau und der hiesigen Kan­tonalbank erstellt wird. Die Auswertung zeigt, dass die Unternehmen von der Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro profitieren, was ihre preisliche Wettbewerbsposition im EU-Raum verbessert hat. Hingegen stufen die 70 von der KOF befragten Thurgauer Industriefirmen ihre Position in der Schweiz und gegenüber dem Rest der Welt (ohne EU) als unverändert ein.

Die Industriekonjunktur wird anhand der Beurteilung der Geschäftslage gemessen, und dieser Indikator zeigt erstens weiterhin aufwärts und zweitens sehen sich die Thurgauer Industriefirmen in einer besseren Situation als der Schweizer Durchschnitt (siehe obere Grafik). Allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein. So ist der Aufschwung im dritten Quartal laut KOF wieder etwas ins Stocken geraten. So haben Anfang Oktober nur noch 25 Prozent der befragten Firmen ihre Geschäftslage als «gut» bezeichnet, während es im Sommer und Spätsommer noch bis zu 40 Prozent gewesen waren. Dieser Rückgang hängt zusammen mit einer Abflachung des Bestellungseingangs. Nach einer erfreulichen Entwicklung im August bezeichnete Anfang Oktober denn auch ein Drittel der Betriebe und damit etwas mehr als im Sommer den Auftragsbestand und die Nachfrage als zu niedrig.

Die Ausfuhren haben angezogen

Allerdings nannten im Oktober auch lediglich noch 10 Prozent der Firmen ihre Geschäftslage «schlecht». Und dank kaum ­veränderter Verkaufspreise blieb auch die Ertragslage stabil, wobei die Margen jedoch unter Druck bleiben. Zudem nahmen im dritten Quartal, dank des guten Sommers, nach einem schwächeren Vorquartal die Exporte an Fahrt auf. Zum Plus von gut 5 Prozent (untere Grafik) trug eine breite Palette an Branchen bei, besonders auch der wichtige Metall- und Maschinenbau. In den ersten neun Monaten 2017 betrug die Zunahme der Exporte 3,6 Prozent, dabei plus 9 Prozent in die EU. Aufwärts ging es auch mit den Exporten in Schwellen- und Transformationsländer. Die Befunde decken sich in etwa mit jenen der IHK St. Gallen-Appenzell für die ganze Ostschweiz. Hier stiegen die Exporte im dritten Quartal um 5,6 Prozent und seit Jahresbeginn um 5,3 Prozent (Ausgabe vom 9. November).

Für das vierte Quartal rechnen die Thurgauer Industrie­betriebe mit höherer Produktion und anziehenden Bestellungen. Kehrseite der Abschwächung des Frankens ist die Erwartung höherer Einkaufspreise. Auch bis kommenden Frühling äussern sich die Unternehmen recht zuversichtlich. Gut jedes vierte erwartet eine Aufhellung, nicht einmal jedes zehnte eine Eintrübung.

Bau auf hohem Niveau, Detailhandel gedämpft

«Die Thurgauer Baukonjunktur floriert», hält die KOF fest. Zwei von drei der 50 befragten Baufirmen melden eine gute Geschäftslage, nur vereinzelt ist von einer schlechten die Rede. Seit der Juli-Umfrage hat sich die Beurteilung nochmals verbessert. Die Arbeitsvorräte reichen im Schnitt 5,4 Monate nach 4,5 Monaten vor Quartalsfrist. «Mit Abstand grösstes Produktionshindernis bleibt ein Mangel an Arbeitskräften», jedes zweite Bauunternehmen werde dadurch behindert (in der Thurgauer Industrie dagegen sei der Arbeitskräftemangel «vergleichsweise unbedeutend»). Bis nächsten Frühling aber rechnet das Thurgauer Baugewerbe mit einer leichten Abkühlung, dies in Erwartung nachlassender Nachfrage und vermehrten Drucks auf Preise und Ertragslage.

Bleibt der Detailhandel, der sich grosso modo «knapp zufrieden» zeigt. Im dritten Quartal hat sich die Stimmung etwas verbessert, drei Viertel der Detaillisten beurteilen ihre Geschäftslage als «befriedigend». In der ganzen Schweiz sieht es etwas lichter aus; das hat damit zu tun, dass der Detailhandel im Grenzkanton Thurgau überdurchschnittlich unter dem Einkaufstourismus leidet. Für das vierte Quartal erwarten 40 Prozent der Thurgauer Detaillisten anziehende Umsätze und 20 Prozent nachgebende.

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