Export-Preis: Zwei von drei innovativen Hightech-Unternehmen sind in der Ostschweiz zu Hause

Die Toggenburger Berlinger-Gruppe und die Thurgauer Storz Medical sind für den diesjährigen «Export Award» der Exportförderorganisation Switzerland Global Enterprise nominiert. Am 26. Oktober ist klar, ob eine der beiden Firmen das Rennen macht – oder ihre Mitbewerberin vom Zürichsee.

Thomas Griesser Kym
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Eine Berlinger-Angestellte konfektioniert Fläschchen für Dopingproben.

Eine Berlinger-Angestellte konfektioniert Fläschchen für Dopingproben.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Ganterschwil, 28. Februar 2017)

Die Schweiz ist eine der stärksten Exportnationen der Welt. Alljährlich vergibt die Exportförderorganisation Switzerland Global Enterprise des «Export Award». Ausgezeichnet werden Unternehmen, die im internationalen Geschäft besonders erfolgreich sind.

Für den diesjährigen Preis nominiert sind drei Firmen, davon kommen zwei aus der Ostschweiz: die Toggenburger Berlinger-Gruppe aus Ganterschwil und die Storz Medical aus Tägerwilen bei Kreuzlingen. Dritte Firma ist die Sensorherstellerin Sensirion aus Stäfa am Zürichsee.

Wie die Jury schreibt, hat sie diese drei Unternehmen nominiert, weil «sie trotz herausforderndem Umfeld in den internationalen Märkten erfolgreich tätig sind und es in ihrer Branche zu den Weltmarktführern geschafft haben».

Berlinger legt Dopern das Handwerk

Die Berlinger-Gruppe mit gut 100 Mitarbeitenden ist vor allem bekannt für ihre Hightech-Fläschchen zur sicheren Aufbewahrung und zum Transport von Urin- und Blutproben bei Dopingkontrollen. Zudem entwickelt Berlinger Hard- und Software zur Temperaturüberwachung von Pharma- und Medizinalprodukten bei deren Transport und Lagerung.

Dank der persönlichen Kontakte zu internationalen Pharmaunternehmen und humanitären Organisationen sowie zu Sportverbänden und Veranstaltern grosser Sportanlässe sind die Hard- und Softwarelösungen aus dem Toggenburg in über 180 Ländern gefragt. Das in sechster Generation geführte Familienunternehmen Berlinger ist 155 Jahre alt. Es hat auch Niederlassungen in den USA und den Niederlanden.

Storz macht vielen Erkrankungen den Garaus

Die Thurgauer Storz Medical, gegründet 1987, entwickelt Stosswellensysteme. Die nicht-invasive Methode wird für verschiedene medizinische Behandlungen in der Urologie, Orthopädie, Kardiologie, Ästhetik und Neurologie eingesetzt. Das Spektrum der Anwendungen in Arztpraxen, Rehazentren und Spitälern reicht von der Zertrümmerung von Nierensteinen bis hin zur Therapie von Alzheimererkrankungen.

Weltweit sind rund 60'000 Stosswellensysteme der Storz Medical im Einsatz, «und das Wachstumspotenzial ist enorm», wie die Jury schreibt. Dank eines globalen Vertriebsnetzwerks ist Storz Medical in gut 90 Ländern aktiv. Am Hauptsitz in Tägerwilen am Bodensee entwickeln und produzieren 160 Mitarbeitende. Weltweit hat Storz Medical insgesamt 210 Beschäftigte.

Der «Export Award 2020» wird am 26. Oktober 2020 in Bern verliehen. Der Preis wird von alt Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold überreicht, die Switzerland Global Enterprise präsidiert.