EXPANSION: Thurgauer Teile halten Welt auf Trab

Die B & R Industrie-Automation AG erweitert ihren Standort in Frauenfeld und bleibt auf Wachstumskurs. Sie liefert Komponenten für Anwendungen in vielen Branchen – und hat auch die Nachfolgefrage im Unternehmen gelöst.

Martin Sinzig
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Paolo Salvagno, Chef der B&R Industrie-Automation AG, im hauseigenen Entwicklungszentrum. (Bild: Donato Caspari)

Paolo Salvagno, Chef der B&R Industrie-Automation AG, im hauseigenen Entwicklungszentrum. (Bild: Donato Caspari)

Martin Sinzig

Im Tresorraum einer Bank in der Nähe von Salzburg gründeten Erwin Bernecker und Josef Rainer 1979 die Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik GmbH. Sie hat sich seither zu einer führenden Anbieterin von Industrie-Automationslösungen und Industrie-PCs entwickelt. Inzwischen erzielt das Unternehmen mit 3000 Mitarbeitenden einen Umsatz von über 600 Millionen Euro.

Dazu trägt auch das Schweizer Geschäft bei. Der zunächst in Bolligen bei Bern eröffnete und bald nach Frauenfeld verlegte Verkaufsstandort ist von ursprünglich zwei Mitarbeitenden auf mittlerweile 53 gewachsen. Zusammen mit weiteren zehn Beschäftigten in Biel hat sich die B&R Industrie-Automation hierzulande mit 63 Mitarbeitern etabliert.

Arbeitsumfeld ermöglicht spontanen Austausch

Die Akquisitions- und Verkaufsaktivitäten wurden bald erweitert. Schulung, Applikationsentwicklung und Support kamen hinzu. «Seit 2011 wird in Frauenfeld auch Leistungselektronik entwickelt, und der Erfolg gibt uns recht», erklärt Paolo Salvagno, Geschäftsführer von B & R Schweiz und seit 21 Jahren im Unternehmen tätig.

Besonders stolz ist Salvagno auf einen wichtigen Meilenstein, der im laufenden 30. Jahr gesetzt werden konnte. Das Entwicklungscenter in Frauenfeld wurde von 350 auf neu 1500 Quadratmeter erweitert. Nach dem Konzept des «Activity Based Working» wurde ein Arbeitsumfeld geschaffen, das spontanen Austausch und vor allem ein kreatives Arbeiten ermöglichen soll.

Das erweiterte Entwicklungscenter schafft auch Platz für Wachstum. Bis in fünf Jahren will der Geschäftsführer die B & R Schweiz von aktuell 63 auf rund 100 Mitarbeitende ausbauen. Die Voraussetzungen dafür seien günstig, auch nach dem Kauf der gesamten B & R Industrie-Automation AG durch die ABB.

Damit sei die Frage der Nachfolge beantwortet, die B & R Industrie-Automation bleibe zudem eigenständig und werde innerhalb der ABB zum weltweiten Zentrum für die Industrie-Automation. «Für uns gehen damit auch viele neuen Türen auf», sagt Salvagno.

Auch Mitarbeiter entwickeln

Die Voraussetzungen für Engineering-Aktivitäten seien in der Schweiz generell gut, sagt der Geschäftsführer von B & R Schweiz. Frauenfeld profitiere vom regionalen Arbeitsmarkt und von der guten, öffentlichen Verkehrsanbindung. Viele der Mitarbeitenden pendelten von der Stadt Zürich zur Arbeit in Frauenfeld.

Die Nähe zu Universitäten und Fachhochschulen sei ein weiteres Plus für ein Engineering-Unternehmen, das auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen sei. Die B & R Industrie-Automation leiste darüber hinaus ihren eigenen Beitrag zum Arbeitsmarkt, betont Salvagno. Ausgebildet würden neben Informatikern neu auch Elektroniker.

Grossgeschrieben werde aber auch die Entwicklung und Schulung neu eintretender Mitarbeiter. Sie durchlaufen in den ersten fünf Monaten ein Engineering-Camp und werden in verschiedenste Aktivitäten eingeführt. Ein hohes Niveau werde verlangt, um anspruchsvolle Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Das sei auch die Voraussetzung, «wenn wir den besten Support in der Automation bieten wollen», erklärt der Geschäftsführer.