Ex-Porsche-Chef Wiedeking rechnet fest mit Freispruch

STUTTGART. Im Strafprozess um die gescheiterte Übernahme von VW durch Porsche hat Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Anklage entschieden zurückgewiesen.

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Wendelin Wiedeking Früherer Porsche-Chef (Bild: epa/Marijan Murat)

Wendelin Wiedeking Früherer Porsche-Chef (Bild: epa/Marijan Murat)

STUTTGART. Im Strafprozess um die gescheiterte Übernahme von VW durch Porsche hat Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Anklage entschieden zurückgewiesen. «Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen und bin davon überzeugt, von den haltlosen Vorwürfen freigesprochen zu werden», sagte Wiedeking gestern zum Prozessauftakt.

Marktmanipulation als Vorwurf

Der 63-Jährige und sein ehemaliger Finanzchef sind wegen Marktmanipulation angeklagt. Sie sollen 2008 verschleiert haben, beim Branchenriesen VW eine Dreiviertelmehrheit von Porsche angestrebt zu haben. Der Plan scheiterte, VW drehte den Spiess um und machte den verschuldeten Sportwagenbauer Porsche zu seiner Firmentochter. In der Anklage geht es um Verlautbarungen von Porsche von März 2008 bis Oktober 2008.

In Mitteilungen und Interviews sollen die Porsche-Manager und ihre Sprecher dementiert haben, die Aufstockung der Anteile auf 75% anzustreben. Die Verlautbarungen enthielten laut Staatsanwalt Aniello Ambrosio erhebliche unrichtige Angaben und waren «zudem geeignet, auf den inländischen Börsenpreis der VW AG einzuwirken».

Turbulenter Herbst 2008

Ende Oktober 2008 räumte die Porsche-Führung die Übernahmepläne öffentlich ein. Eine entsprechende Pressemitteilung war aus Sicht der Staatsanwaltschaft aber unvollständig, weil sie erhebliche finanzielle Risiken für den damaligen Übernahmepoker nicht enthielt. Ende Oktober erreichte die VW-Aktie mit 1005 € ihr Allzeithoch, danach brach sie ein. Durch die Kursschwankungen verloren vor allem Hedge-Fonds Milliardenbeträge. Wiedeking warf der Staatsanwaltschaft Schützenhilfe für diese Vertreter hochspekulativer Anlagen vor, welche die Finanzkrise mitverursacht hätten. (dpa)