Krankenkassen
Ex-KPT-Chefs stehen im März vor Gericht

Verwaltungsrat Walter Bosch sowie Treuhänder Bernhard Liechti sind zwei ehemalige Krankenkassen-Chefs der KPT. Nun sind sie angeklagt wegen «Verdachts der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung». Im März 2015 kommts zur Verhandlung.

Roman Seiler
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Ex- VR-Präsident der KPT: Walter Bosch sowie Ex-Vizepräsident der KPT: Bernhard Liechti.

Ex- VR-Präsident der KPT: Walter Bosch sowie Ex-Vizepräsident der KPT: Bernhard Liechti.

Nordwestschweiz

Amthaus Bern an der Hodlerstrasse, Gerichtssaal 220: Hier stehen ab dem 16. März 2015 der einstige «BLICK»-Chefredaktor, Werber und Profi-Verwaltungsrat (VR), Walter Bosch, sowie der Treuhänder Bernhard Liechti während dreier Tagen vor dem kantonalen Wirtschaftsstrafgericht.

Angeklagt sind sie wegen des «Verdachts der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung». Es gilt die Unschuldsvermutung.

Millionengewinn geplant

So kam es zur Anklage: Anfangs 2012 machte die Finanzmarktaufsicht (Finma) publik, dass sie Bosch und Liechti während vier Jahren eine leitende Tätigkeit im Finanzbereich verboten hatte.

Eröffnet hatte die Finma das Verwaltungsverfahren im Sommer 2010. Damals wollte der VR 90 000 Aktien der für das Zusatzversicherungsgeschäft zuständigen Tochtergesellschaft für 600 Franken pro Stück zurückkaufen, wie der «SonntagsBlick» berichtet hatte.

Die Titel waren im Rahmen eines Beteiligungsprogramms an Mitarbeiter, VR- und Geschäftsleitungsmitglieder für 30 bis 40 Franken abgegeben worden. Verwaltungsräte hätten damit über eine Million Franken kassiert.

Zudem stellte die Finma fest, dass Verwaltungsräte neben den «vereinbarten festen VR-Honoraren und Boni substanzielle Zahlungen aus Mandatsverträgen» bezogen hätten. Nur ein VR-Mitglied machte nicht mit.

Mit der KPT einigten sich Bosch und Liechti auf eine Rückzahlung der zu hohen Bezüge. Vor dem dreiköpfigen Gericht müssen sie sich trotzdem verantworten. In einer solchen Besetzung tagt im Kanton Bern ein Gericht ab einer beantragten möglichen Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Bernhard Liechti war nicht zu sprechen. «Ich bin froh, dass der Prozess stattfindet», sagt Walter Bosch gegenüber der «Nordwestschweiz»: «Dann kann ich endlich meine Sicht der Dinge darstellen. Ich hoffe, dass mir auch endlich ein Mal jemand zuhört.»

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