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Europas Währungshüter leiten Ende der Geldflut ein

Die Europäische Zentralbank stellt den Staatsanleihenankauf ab Jahresende ein. Die Leitzinsen verharren bei null Prozent. Der SNB bietet sich deshalb noch kein Spielraum für höhere Zinsen.
Rainer Rickenbach
Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Michael Probst/AP; 17. November 2014)

Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Michael Probst/AP; 17. November 2014)

Die ansprechende Konjunktur und die stärkere Inflation in Europa machen es möglich: Die Europäische Zentralbank (EZB) drosselt schon bald ihr Mammut-Aufkaufprogramm für Staatsanleihen der Eurozonenländer und stellt es Ende Jahr wahrscheinlich ganz ein. Das kündigte EZB-Chef Mario Draghi gestern an der Zinssitzung in Riga an.

Seit über drei Jahren kauft die EZB im grossen Stil Schuldtitel der Eurostaaten, seit zwei Jahren auch Unternehmensanleihen. Sie türmen sich nun mit rund 2,4 Billionen Franken in den Bilanzen der Zentralbank. Mit dem vielen billigen Geld versucht sie, der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen.

Ein Signal an hochverschuldete Länder

Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige beziehungsweise gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das könnte die Konjunktur abwürgen. Im Mai stieg die Jahresinflationsrate im Euroraum nach einer ersten Schätzung auf 1,9 Prozent. Vor allem aber half der Anleihenkauf den finanziell angeschlagenen Südländern, an billige Kredite zu kommen.

Die Ankündigung von gestern gilt als Signal an hochverschuldete Länder wie zum Beispiel Italien, dass die Zeiten mit der günstigen Neuverschuldung bald der Vergangenheit angehören. Die neue Regierungskoalition in Italien sorgte eben erst mit ihrem ausgabefreudigen Programm für Aufsehen. Draghi machte in Riga aber auch klar, dass die EZB wenn nötig weiterhin bereitstehe, um die geldpolitischen Ziele zu erreichen.

Sie fasst das Ende der Anleihenkäufe auch darum ins Auge, weil das Programm an Grenzen stösst. In mehreren grossen Euroländern nähert sich der Anteil der von der EZB erworbenen Staatsanleihen nämlich dem Schwellenwert von einem Drittel aller sich im Umlauf befindenden Schuldtitel. Diese Grenze hat sich die EZB selbst gesetzt, um sich nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu sehen, sie betreibe Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse.

An der Zinsschraube dreht die EZB vorläufig nicht. Bis mindestens im Sommer 2019 soll der Leitzins bei null Prozent verharren. Geschäftsbanken, die Geld bei der EZB parkieren, bezahlen sogar Negativzinsen.

Konsequenzen für den Schweizer Franken

Für die Schweizer Nationalbank bedeutet das, weiterhin an ihren Negativzinsen festhalten zu müssen. Denn würde sie sich davon abwenden, droht der Frankenwert zum Euro erneut durch die Decke zu schiessen. Die Devisenmärkte reagierten gestern auch dementsprechend: Der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung rutschte unter den Wert von 1.16 Franken.

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