Euro-Krise erschwert Prognosen

Eine Prognose falle dieses Jahr schwer, sagte Wirtschaftsforscher Peter Eisenhut gestern am Konjunkturforum der St. Galler Kantonalbank.

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st. gallen. Bevor Peter Eisenhut, Geschäftsführer des Wirtschaftsberatungsunternehmens Ecopol AG, in die Zukunft blickte, schaute er zurück auf die Prognosen der letzten Jahre. Eisenhut wagt am Konjunkturforum Horizonte der St. Galler Kantonalbank nicht zum ersten Mal den Blick nach vorn. Nach der Krise sei er 2010 an dieser Stelle zu vorsichtig gewesen, sagte er den über 200 Gästen im Einstein Kongresszentrum. Dieses Jahr war er noch vorsichtiger: «So schwer ist mir die Prognose noch nie gefallen.»

Politik ist gefragt

Für die Region St. Gallen glaubt Eisenhut an einen leichten Anstieg des Konsums, getrieben durch die Zuwanderung. Noch kleiner sieht er das Wachstum bei den Bauinvestitionen. Um 3,5 Prozent würden die Ausrüstungsinvestitionen, etwas mehr die Exporte zulegen. Doch stünden zu viele Unwägbarkeiten im Raum: Euro-Kurs, Schuldenkrisen in den USA und der EU sowie das Verhalten der Schweizerischen Nationalbank. Ausserdem will die Regierung sparen. «Die Unternehmer sind fit», stellte er fest.

«Doch ist die Politik in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen?»

Nicht alles umsetzbar

Es sei ein Spagat, sagte Regierungsrat Willi Haag am anschliessenden Podium. «Zeitgemässe Investitionen sind ein Standortfaktor für den Kanton», sagte Haag, doch mit der aktuellen Finanzlage sei wohl nicht alles umsetzbar, was wünschbar sei. Auch für Werner Krüsi, Geschäftsführer der Fisba Optik, ist die Infrastruktur wichtig. Er drückte als Vertreter der St. Galler Wirtschaft Verständnis für die Lage der Regierung aus.

Der Anlass in St. Gallen war der Auftakt zur Veranstaltungsreihe, die die Kantonalbank mit verschiedenen Gästen an fünf Standorten im Kanton sowie in Teufen durchführt. (ken)

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