EU-Stresstest für Banken als Schlussstrich unter die Krise

LONDON. Der anstehende Stresstest der EU soll das Vertrauen in die Banken nach der schwersten Krise seit Generationen wiederherstellen: Er wird deshalb deutlich härter ausfallen als frühere Fitness-Checks der Branche.

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LONDON. Der anstehende Stresstest der EU soll das Vertrauen in die Banken nach der schwersten Krise seit Generationen wiederherstellen: Er wird deshalb deutlich härter ausfallen als frühere Fitness-Checks der Branche.

Wie die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA mitteilte, müssen die 124 wichtigsten Banken aus den 28 EU-Ländern in den kommenden Monaten unter anderem nachweisen, dass sie nach dreijähriger Rezession noch genügend Eigenkapital haben und nicht wie viele Banken in der jüngsten Krise mit Steuergeld gerettet werden müssen.

Dramatischere Szenarien

Simuliert wird ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,1% in der EU bis Ende 2016. Beim Stresstest vor drei Jahren war ein BIP-Rückgang von nur 0,4% unterstellt worden. Viele Experten hatten den Test damals als zu lax kritisiert. Diesmal führen die in der Finanzbranche mit Spannung erwarteten Szenarien der EBA unter anderem dazu, dass die Arbeitslosenquote im Schnitt auf 13% steigt und die Preise an den Immobilienmärkten um gut 20% einbrechen. Beides hätte in der Realität massive Kreditausfälle bei den Banken zur Folge.

Löcher sind zu stopfen

Zusätzlich unterstellen die Aufseher, dass die Anleihen- und Aktienmärkte in aller Welt sechsfach von Krisenerscheinungen getroffen werden und es zu Währungsturbulenzen in Mittel- und Osteuropa kommt. 2011 waren nur zwei solcher Schocks simuliert worden. EBA-Chef Andrea Enria sagte, der Test werde zeigen, ob die Anstrengungen der Banken zur Stärkung ihrer Kapitalbasis schon Früchte getragen haben: 5,5% hartes Kernkapital selbst unter grösstem Stress sind Pflicht. Banken mit zu wenig Kapital erhalten sechs Monate, um die Löcher zu stopfen. (rtr)

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