EU soll Einstieg ins Berufsleben erleichtern

Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit steht im Zentrum des zweitägigen Gipfels der EU-Regierungschefs.

Marianne Truttmann
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BRÜSSEL. Statt neue Reformen anzugehen, werden sich die EU-Regierungschefs heute und morgen in Brüssel mit den anhaltenden Folgen der Finanzkrise auseinandersetzen. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sowie die Ankurbelung des Wachstums stehen dabei einmal mehr im Mittelpunkt.

Jugendgarantie als Sprungbrett

Geplant ist, dass die Jugendgarantie, die jungen Menschen unter 24 innerhalb von vier Monaten zu einer Arbeit, einer Ausbildungsstelle oder einem Praktikum verhelfen soll, möglichst schnell anlaufen soll. Der für die Budgetperiode 2014 bis 2020 vorgesehene Betrag soll möglichst in den ersten beiden Jahren eingesetzt werden. Allerdings sind sich Rat und Parlament bisher über das Mehrjahresbudget noch nicht einig. Um die Kreditklemme für KMU zu lindern, sollen die Töpfe der Regionalfonds, des EU-Forschungsrahmenprogramms sowie der Europäischen Investitionsbank (EIB) kombiniert werden, damit mehr Bürgschaften vergeben werden können.

Versäumnisse vorgeworfen

Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, warf den EU-Staaten grosse Versäumnisse im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit im Süden der Union vor. Er fordert von den Regierungschefs ein Einlenken im Budgetstreit. Im Gipfelvorfeld gab es auch Warner vor Illusionen. Dazu gehört Werner Hoyer, Chef der EIB. In einem Interview sagte er: «Ich kann nur raten: Vorsicht mit Zahlen.» Es sei leider nicht möglich, innerhalb von ein paar Monaten Millionen Jugendliche von der Strasse zu holen.