Es zählt die Umweltbilanz

Zur Sache

Ernst Meier
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Abgasfrei fährt das Auto der Zukunft. Es trägt zur Verbesserung der Luft- und Lebensqualität bei. Der CO2-Ausstoss und der Verbrauch fossiler Rohstoffe werden reduziert. Die Vorteile des Elektroautos liegen auf der Hand, auch wenn die Technik in Sachen Reichweite und Tankkomfort noch nicht mit den Benzin- und Dieselfahrzeugen mithält. In einigen Jahren wird man aber darüber lachen. Genauso wie wenn man hört, dass vor etwas mehr als 100 Jahren Benzin nur in Apotheken gekauft werden konnte.

Die grossen Autobauer haben sich bei der E-Mobilität lange vornehm zurückgehalten. Sie überliessen das Feld Pionieren wie Tesla. Doch die Dieselaffäre hat die Autokönige in Deutschland aufgeschreckt. Anders ist nicht zu erklären, dass Porsche plötzlich alles dransetzt, ab 2019 einen batteriebetriebenen 600-PS-Boliden zu produzieren. Auch bei VW wird alles auf den Kopf gestellt, um in der E-Mobilität vorne mitzumischen. Der Konzern hat einen Durchbruch für 2020 angekündigt.

Schöne heile Autowelt – doch mit einem E-Fahrzeug alleine ist der Umwelt noch kein Gefallen getan. Kommt der Strom aus Kohlekraftwerken, ist es mit der CO2-Bilanz vorbei. Auch Strom aus Atomkraftwerken oder Gaskraftwerken ist nicht nachhaltig. Hinzu kommt, dass die Produktion von E-Fahrzeugen eine Reihe zusätzlicher Roh­stoffe verlangt.

Das E-Auto wird nur mit einer nachhaltigen Energiestrategie ein Erfolg. Dazu muss der Strom aus erneuerbaren Quellen stammen, und die Verarbeitung von Akku- und Elektrotechnik ist in die Ökobilanz miteinzubeziehen. Erst dann ist das E-Mobil zukunftsfähig. Seite 9