Es geht aufwärts: Ostschweizer Huber+Suhner schöpft Kraft aus der Marge

Starke Zuwächse in allen Märkten und Regionen haben die Ostschweizer Huber+Suhner-Gruppe im vergangenen Jahr beflügelt. 2019 will das international tätige Unternehmen das erreichte Niveau halten und stärker investieren.

Martin Sinzig
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Wenn international das Mobilfunknetz ausgebaut wird, profitiert Huber+Suhner mit Aufträgen für die Infrastruktur. (Bild: Olaf Schülke/Caro)

Wenn international das Mobilfunknetz ausgebaut wird, profitiert Huber+Suhner mit Aufträgen für die Infrastruktur. (Bild: Olaf Schülke/Caro)

50 Jahre nach ihrer Gründung hat die Huber+Suhner Gruppe gute Nachrichten für die Aktionäre: Sie darf auf ein «über alles sehr erfolgreiches Jahr» zurückblicken, wie sich CEO Urs Ryffel an der Analysten- und Medienkonferenz ausgedrückt hat. Der international tätige Konzern, der mit 4456 Mitarbeitenden Technologien zur Übertragung von Daten und Energie entwickelt und realisiert, verzeichnete 2018 ein breit abgestütztes Volumen- und Ertragswachstum.

Der Auftragseingang überstieg die 900-Millionen-Franken-Marke deutlich, während das Umsatzvolumen diese Grenze beinahe erreichte, nach einem Umsatzsprung von 111 Millionen Franken respektive einem Plus von 14,3 Prozent. Damit habe Huber+Suhner seit dem Frankenschock von 2015 ein kontinuierliches Wachstum vorgelegt, erläuterte Ryffel.

Transport und Industrie stärker

Zweistellig zulegen konnte der Technologiekonzern in allen geografischen Regionen. Am stärksten entwickelten sich die Amerikas und der asiatisch-pazifische Raum. Aber auch die bedeutende Region Europa, Naher Osten und Afrika inklusive der Schweiz trugen zur Expansion bei. Aktuell werden über 50 Prozent der ­Geschäfte in China, Amerika, Deutschland und Indien generiert. Zum Volumenwachstum beigetragen haben laut Ryffel Marktanteilsgewinne in den Kernmärkten und zunehmende Kundenprojekte in definierten Nischen. Das Plus von knapp 25 Prozent respektive von rund 18 Prozent in den Sektoren Transport und Industrie sorgte vor ­allem dafür, dass die Abhängigkeit vom Kommunikationsmarkt leicht reduziert werden konnte. Dieser macht nach wie vor 45 Prozent des Umsatzvolumens aus.

Die Expansion des vergangenen Geschäftsjahrs war von einem Personalausbau vor allem in Tiefkostenländern begleitet. Die Kosten hatten sich insgesamt dennoch unterproportional erhöht, was zu einer erhöhten Profitabilität führte. Der Betriebsgewinn verbesserte sich auf 9,3 Umsatzprozente und erreichte damit die obere Hälfte des angestrebten, mittelfristigen Zielbands von acht bis zehn Prozent.
Wesentlich zur verbesserten Rendite trug das Technologiesegment Hochfrequenz bei. Marktanteile in den Industriemärkten konnten ausgebaut, neue Hochtechnologie-Nischen erschlossen werden. Dazu zählt zum Beispiel die Herstellung von Kabeln für Schnellstladestationen für Elektrofahrzeuge. Dieser Markt sorgte auch im Niederfrequenzsegment für einen Meilenstein, nachdem Huber+Suhner vom führenden chinesischen Elektrofahrzeughersteller Geely als Tier-1-Lieferant gewählt worden war.

Dank Mobilfunk-Infrastrukturprojekten in Indien und Geschäften mit Rechenzentren sowie mit weiteren Mobilfunk-­Anwendungen legte auch das Marktsegment Fiberoptik zu. Die seit zwei Jahren gültige Strategie will die Konzernspitze fortführen. Angesichts einer abflachenden Dynamik in wichtigen Märkten erwartet der CEO für das laufende Jahr allerdings einen Umsatz in der Grössenordnung von 2018, dies bei gleichem Margenniveau. Der freie operative Cashflow von rund 72 Millionen Franken erlaubt eine hohe Dividendenausschüttung von 79 Prozent. Zudem sollen die ­Investitionen, 2018 lagen sie bei 27 Millionen oder 3,1 Umsatzprozenten, stärker bedient werden und bei fünf Prozent oder darüber liegen. Nach wie vor interessiert ist Huber+Suhner darüber hinaus an Akquisitionen.