Ernährung
Mehr Vegi statt Fleisch auf den Teller: Bühler spannt zur Ausbeutung pflanzlicher Proteine mit einem deutschen Forschungsinstitut zusammen

Pflanzenprotein als Fleischersatz: Damit beschäftigt sich Bühler seit geraumer Zeit. Nun arbeitet der Uzwiler Technologiekonzern an der nächsten Generation von extrudiertem Fleischersatz und spannt dafür mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik zusammen.

Thomas Griesser Kym
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Fleisch oder Pflanze? Diese Burger sind vegan.

Fleisch oder Pflanze? Diese Burger sind vegan.

Bild: PD

Bühler pflegt weit vorauszudenken. Geht es um die Ernährung der Weltbevölkerung, dann bis ins Jahr 2050. Dannzumal gelte es 10 Milliarden Menschen zu ernähren, sagt einmal mehr Bühlers Technologiechef Ian Roberts. Das bedeute einen zusätzlichen Proteinbedarf von 250 Millionen Tonnen pro Jahr.

Das erhöht den Druck, Alternativen zu tierischen Proteinen zu finden. Dies aus mehreren Gründen wie Umwelt- und Klimabelastung oder Tierwohl. Bühler verfolgt mehrere Ansätze: Zum einen tüftelt man daran, Mühlen und Anlagen zur Nahrungsmittelherstellung laufend zu verbessern, um Ernten ertragreicher verarbeiten oder Lebensmittel nährstoffreicher herstellen zu können. Zum anderen sind da alternative Proteinquellen.

Kooperation mit Forschungsinstitut

Bühler-Technologiechef Ian Roberts.

Bühler-Technologiechef Ian Roberts.

Bild: Urs Bucher

Eine Stossrichtung Bühlers ist die Verarbeitung von Insekten zu Tierfutter. Eine andere ist pflanzenbasierter Fleischersatz. Vor allem Hülsenfrüchte sind proteinreich. Pflanzenbasierte Proteine wirken sich laut Bühler deutlich weniger auf die Umwelt aus, beanspruchen weniger Land und haben einen geringeren CO2-Abdruck als die Fleischproduktion.

Nun hat Bühler mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) eine Allianz vereinbart. Dabei wollen das Uzwiler Unternehmen und das Forschungsinstitut aus Quakenbrück bei Osnabrück in Niedersachsen neue Produktionstechnologien für gesunde und nachhaltige Lebensmittel entwickeln.

Extrusion als eine Schlüsseltechnologie

Das DIL bietet 200 Wissenschafterinnen und Wissenschafter, ein lebensmitteltaugliches Test- und Produktionslabor und umfangreiche analytische Leistungen. Bühler wieder kommt bei einer der Schlüsseltechnologien ins Spiel, der Extrusion.

«Durch Nassextrusion lassen sich aus pflanzlichen Proteinen Lebensmittelprodukte mit einer ähnlichen Struktur wie Fleisch herstellen», schreibt Bühler. Von Nutzen sei auch Bühlers Erfahrung mit der Vermahlung oder der Pulververarbeitung. DIL-Chef Volker Heinz sagt:

«Innerhalb der Grenzen unseres Planeten ist kein Raum mehr für einen weiteren Ausbau der tierischen Protein- und Fettproduktion.»

Extrusion: Pressen unter Druck

Extrusionssysteme sind das Kernstück von Bühler-Produktionsanlagen für Frühstücksflocken, Lebensmittel wie Fleischersatz oder Paniermehl sowie für Tiernahrung und Fischfutter.

Bei der Extrusion werden feste bis dickflüssige härtbare Massen unter Druck kontinuierlich aus einer formgebenden Öffnung (auch als Düse, Matrize oder Mundstück bezeichnet) herausgepresst. Dabei entstehen Körper mit dem Querschnitt der Öffnung, Extrudat genannt, in theoretisch beliebiger Länge. (red.)