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«Ergänzung statt Ersatz»

Smartphone-Banken sind auf dem Vormarsch. Hiesige Geldinstitute geben sich gelassen.
Ladina Schatz
Mobile Banking und damit auch Smartphone-Banken werden immer populärer. Aber auch traditionelle Institute mischen mit. Bild: Getty

Mobile Banking und damit auch Smartphone-Banken werden immer populärer. Aber auch traditionelle Institute mischen mit. Bild: Getty

Sie sind günstig und digital und werden populärer: Smartphone- Banken steigen in den Schweizer Markt ein. Kunden nutzen diese Angebote einzig oder weitestgehend über das Handy. Die Neulinge sind einfach, dafür kosten sie wenig oder sind gar gratis, und nach Zak, Neon und Revolut drängt mit N26 der nächste Mitbewerber in den Markt. Die deutsche Smartphone-Bank ist Anfang Monat in der Schweiz gestartet und bietet lediglich ein Eurokonto inklusive Debitkarte an. Mit lässigem Sprachgebrauch und modernem Design lockt N26 vor allem ein junges, technikaffines Publikum an. Und die Rechnung scheint aufzugehen: Schon vor Markteintritt waren über 20000 Interessenten auf der Warteliste.

Zinsen zahlt N26 zwar nicht, doch das gibt es bei traditionellen Instituten auch nicht mehr. Dafür umso mehr Gebühren. Nach Abzug der Gebühren für Karten, Kontoführung und andere Dienstleistungen legt der Kunde drauf. Zum Vorwurf überhöhter Gebühren sagt Tina Helfenberger, Sprecherin der Thurgauer Kantonalbank (TKB):

«Preise sind immer in Verbindung zur erbrachten Leistung zu sehen – und Universalbanken wie die TKB haben ein deutlich umfassenderes Leistungsangebot.»

Auch Michael Steiner, Chef der Regionalbank Acrevis, sagt: «Unsere Gebühren sind fair und transparent.» Falk Kohlmann, Leiter Digital Banking bei der St.Galler Kantonalbank (SGKB), hält zudem fest: «Wir stellen unseren Kunden immer wieder neue digitale Angebote zur Verfügung, um den Kundennutzen zu steigern.»

Der Preisdruck nimmt zu

Dennoch setzen Smartphone- Banken traditionelle Institute mit ihrer Preispolitik unter Druck. Banken aus der Region relativieren: «Smartphone-Banken decken lediglich einen kleinen Teil des Leistungsspektrums ab. Sie dürften darum eher als Ergänzung zur bestehenden Bankbeziehung genutzt werden statt als Ersatz dafür», äussert sich Tina Helfenberger von der TKB. Auch Acrevis-Chef Michael Steiner äussert sich überzeugt: «Das Bedürfnis unserer Kunden ist ein ganzheitliches Angebot mit persönlicher Beratung.»

Digitalbanken beschränken sich auf einzelne Onlineprodukte. Trotzdem dürfe die neue Konkurrenz nicht unterschätzt werden, sagt Falk Kohlmann von der SGKB: «Wir begegnen Smartphone-Banken mit gesunder Aufmerksamkeit. Allerdings verfügen wir über ein sehr wettbewerbsfähiges und deutlich breiteres mobiles Angebot.» Kohlmann räumt jedoch ein: «Da Smartphone-Banken global tätig sind, können sie aber ­ trotz eingeschränkten Angebots eine grosse Zielgruppe erreichen.»

Hybrid und umfassend

Etablierte Institute setzen auch künftig auf eine persönliche Beratung in den Filialen. Ergänzt wird diese durch den Ausbau des digitalen Leistungsangebots. So hat Acrevis kürzlich eine eigene Technologieplattform entwickelt. Die beiden Kantonalbanken investieren derweil kontinuierlich in die Weiterentwicklung ihres Mobile Banking. Dieser hybride Ansatz zahlt sich für den Kunden aus, wie Falk Kohlmann von der SGKB sagt:

«So bieten wir unseren Kunden die Wahlfreiheit, sowohl digitale wie auch persönliche Bankdienstleistungen und Beratung zu ­nutzen.»

Ob sich etablierte Banken durch den hybriden Ansatz auch langfristig gegen günstigere Konkurrenten durchsetzen, wird sich zeigen. Noch geniessen sie einen Vertrauensvorsprung. «Das Bankgeschäft ist ein Vertrauensgeschäft. Bei wichtigen Entscheidungen ist und bleibt der persönliche Kontakt zentral», bestätigt Tina Helfenberger von der TKB.

Meldungen aus jüngster Zeit über Sicherheitsprobleme von Smartphone-Banken tragen weiter zu dieser Auffassung bei. So kämpft beispielsweise Revolut mit Imageproblemen, seit ein Kunde durch eine Hacker­attacke rund 30000 Franken verloren hat.

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