Erfolgsmanager Chapero tritt bei Sonova ab

Valentin Chapero hat Sonova geprägt. Unter seiner Leitung entstand innert knapp neun Jahren aus der Nummer drei im Hörgerätemarkt die weltweite Nummer eins.

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Valentin Chapero (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Valentin Chapero (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Stäfa. Im Herbst 2002 übernahm Valentin Chapero von Andy Rihs die Geschäftsleitung der damaligen Phonak. Rihs hatte zuvor vorübergehend die Führung übernommen und beschränkte sich dann wieder auf das Verwaltungsratspräsidium. Als Chapero begann, schrieb das Unternehmen noch rote Zahlen und steckte in der grössten Krise der 40jährigen Unternehmensgeschichte. Unter der Leitung des in Deutschland aufgewachsenen Spaniers ging es dann aber rasant aufwärts.

«Hier bin ich der Chef»

Der «Bilanz» verriet er, weshalb er vom Grosskonzern Siemens zur kleinen Phonak an den Zürichsee wechselte: «Hier bin ich der Chef und kann mehr bewegen.» Und Chapero bewegte etwas: Im Geschäftsjahr 2006/07 setzte der Hörgerätehersteller bereits über 1 Mrd. Fr. um – doppelt soviel wie bei Chaperos Amtsantritt.

Dann folgte eine Zäsur: Die geplante Übernahme des dänischen Konkurrenten GN Resound scheiterte im April 2007 am Veto der deutschen Wettbewerbsbehörde. Der Zukauf hätte den auf Sonova umgetauften Konzern zum Weltmarktführer für Hörgeräte vor William Demant (Dänemark) und Siemens (Deutschland) gemacht. Dieses Ziel erreichte Sonova wenig später auch ohne GN Resound. Im Geschäftsjahr 2008/09 war der Konzern aus Stäfa erstmals umsatzstärkster Hörgerätehersteller der Welt. Ein weiterer Wachstumsschub folgte vor gut einem Jahr: Sonova übernahm die auf Innenohr-Implantate spezialisierten US-Firmen Advanced Bionics und InSound Medical.

Rangliste ist Schnee von gestern

Advanced Bionics brach Chapero, seinem Finanzchef und Rihs als Präsident letztlich das Genick: Sonova musste wegen Problemen bei der US-Tochter die Prognosen senken und verstiess dabei gegen die Börsenregeln. Chapero genoss bisher einen guten Ruf: In einer von Wirtschaftsjournalisten erstellten Rangliste der Schweizer Manager belegte er 2010 Platz 10. Mit dem unfreiwilligen Abgang hat der Ruf des Erfolgsmanagers nun schwer gelitten. (sda/hb)

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