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Viele Käufer, viele Verkäufer: Reger Handel mit Stadler-Aktien und Kurssprung – erfolgreicher Börsenstart von Spuhlers Unternehmen

Die Titel des Schienenfahrzeugbauers Stadler haben an der Schweizer Börse SIX um gut 10 Prozent über dem Ausgabepreis von 38 Franken eröffnet und kurz vor Handelsschluss noch einen Zacken auf das Höchst von 43.10 Franken zugelegt. Viele Aktien haben die Hand gewechselt.
Thomas Griesser Kym
Stadler-Hauptaktionär und -Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler (links) mit Daniel Schmucki, Finanzchef der Schweizer Börse, am Freitag beim Börsengang des Schienefahrzeugbauers Stadler in Zürich. (Bild: PD (12. April 2019))

Stadler-Hauptaktionär und -Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler (links) mit Daniel Schmucki, Finanzchef der Schweizer Börse, am Freitag beim Börsengang des Schienefahrzeugbauers Stadler in Zürich. (Bild: PD (12. April 2019))

Auf 38 Franken hat die Stadler Rail AG den Ausgabepreis ihrer Aktien festgelegt. Damit lag der Preis in der oberen Hälfte des Zielbandes von 33 bis 41 Franken. Der Börsengang war mehrfach überzeichnet. Das heisst: Die Nachfrage nach Stadler-Titeln überstieg das Angebot von insgesamt 35 Millionen Aktien aus den Beständen des Hauptaktionärs und Verwaltungsratspräsidenten Peter Spuhler um einen Faktor x.

Den Handel aufgenommen haben die Aktien mit 42 Franken, gut 10,5 Prozent höher als der Ausgabepreis. Auffällig ist, dass sich der Aktienkurs nach anfänglichen Ausschlägen nach oben und nach unten ab Mittag um die Linie von 42 Franken herum seitwärts bewegt hat.

«Viele Erwartungen und viel Phantasie eingepreist»

Florian Keller, Leiter Private Banking Support bei der Acrevis Bank, vermutet, dass die Syndikatsbanken, die den Börsengang begleitet haben, den Kurs auf diesem Niveau stützen. Von Händlern ist zu hören, Stadler wolle wohl verhindern, dass der Kurs zu rasch steige, um weiterhin Luft nach oben zu haben. Denn im Zeichnungsbuch standen auch Order, bei denen die Kaufwilligen bereit gewesen wären, bis zu 50 Franken pro Titel zu bezahlen. Nach 15 Uhr zog die Stadler-Aktie begleitet von höherer Volatilität wieder etwas an, fiel dann aber erneut auf rund 42 Franken zurück. Kurz vor Handelsende setzte die Aktie zu einem Schlusssprung auf das Höchst von 43.10 Franken an, auf dem sie sich ins Wochenende verabschiedete.

Der Kursverlauf der Stadler-Aktie an ihrem ersten Börsentag. (Bild: Screenshot www.six-group.com)

Der Kursverlauf der Stadler-Aktie an ihrem ersten Börsentag. (Bild: Screenshot www.six-group.com)

Keller spricht von einem «geglückten Börsendebüt». Mit der Festlegung des Ausgabepreises auf 38 Franken habe Stadler etwas Luft nach oben gelassen, und auf dem aktuellen Niveau von 43 Franken seien «schon viele Erwartungen und viel Fantasie eingepreist», sagt Keller. Dazu gehört etwa, dass Spuhler für 2020 eine Verdoppelung des letztjährigen Umsatzes auf 4 Milliarden Franken angekündigt hat oder der jüngste Grossauftrag aus den USA für die Metro in Atlanta, wobei die ersten der 127 bestellten Fahrzeuge erst 2023 in Betrieb gehen sollen.

1,3 Milliarden für Peter Spuhler

Stadler Marktkapitalisierung beträgt nun 4,3 Milliarden Franken. Spuhler sind aus der Platzierung seiner Titel im Publikum 1,33 Milliarden Franken zugeflossen. Wird die Mehrzuteilungsoption innert 30 Kalendertagen vollständig ausgeübt, wovon auszugehen ist, erhöht sich die Emission von 35 auf 40,25 Prozent. Zählt man den Anteil von 3,16 Prozent hinzu, der schon zuvor bei rund 150 Kaderangestellten Stadlers gelegen hat, wird der Streubesitz (Free Float) auf 43,41 Prozent steigen. Dieser Teil der Stadler-Aktien ist frei über die Börse handelbar.

Peter Spuhler (5. von links) an der Schweizer Börse, zusammen mit Repräsentanten seines Unternehmens und der Banken, darunter von der Credit Suisse Thomas P. Gottstein (ganz links) und von der UBS Lukas Gähwiler (3. von links). (Bild: PD (Zürich, 12. April 2019))

Peter Spuhler (5. von links) an der Schweizer Börse, zusammen mit Repräsentanten seines Unternehmens und der Banken, darunter von der Credit Suisse Thomas P. Gottstein (ganz links) und von der UBS Lukas Gähwiler (3. von links). (Bild: PD (Zürich, 12. April 2019))

Spuhler wird dann noch 39,7 Prozent halten, die deutsche RAG-Stiftung 10 Prozent und 17 Mitglieder der Konzernleitung sowie des Verwaltungsrates 6,89 Prozent. All diese Aktionäre haben sich im Vorfeld verpflichtet, ihre Aktien für mindestens 12 Monate zu halten. Zudem wollen sie ihren kumulierten Anteil an Stadler für weitere 24 Monate nicht unter 30 Prozent fallen lassen.

Viele Verkäufer, viele Käufer

Der Blick auf den Verlauf an der Börse zeigt, dass ein reger Handel mit Stadler-Aktien stattfand, der im Laufe des Tages nachliess. Das Handelsvolumen mit Stadler-Aktien erreichte 550 Millionen Franken. Damit war das Papier der am viertmeisten gehandelte Titel hinter den Titeln der drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé. Offensichtlich nutzen viele Investoren den Kurssprung dazu, ihre Stadler-Titel umgehend mit Gewinn abzustossen, während andere, die keine oder nur wenige Aktien zugeteilt erhalten haben, sich eindeckten. Vermögensverwalter, die von der Nachrichtenagentur AWP befragt wurden, berichteten von Zuteilungsquoten an Kunden zwischen 4 und 17 Prozent der gewünschten Anzahl Aktien.

Wer beim Börsengang keine oder kaum Aktien erhalten hat: Soll man jetzt Stadler-Aktien erwerben oder zuwarten? Florian Keller beurteilt das gegenwärtige Umfeld als gut für Aktien. Vielleicht gebe es aber in den nächsten Wochen eine Korrektur am Aktienmarkt, und das könnte dann auch die Stadler-Aktie etwas nach unten ziehen. Im Endeffekt hängt es von den individuellen Präferenzen und finanziellen Möglichkeiten ab, ob und wenn ja wann man eine bestimmte Aktie kauft.

Spuhler zeigt sich gut gelaunt

In einer Mitteilung lässt sich Spuhler zitieren, «ich bin sehr erfreut über die erfolgreiche Platzierung und die grosse Nachfrage nach Aktien von Stadler». Das Zeichnungsbuch spiegle «das grosse Interesse, das Schweizer und internationale institutionelle Investoren sowie Privatanleger aus der Schweiz unserem Unternehmen entgegenbringen». Spuhler sagt wiederholt, er bleibe «als exekutiver Verwaltungsratspräsident und grösster Aktionär langfristig weiterhin voll engagiert».

Positiv äussert sich auch Börsenchef Jos Dijsselhof: «SIX ist stolz, Stadler an der Schweizer Börse zu begrüssen, ein Unternehmen, das die Kombination aus Pioniergeist, Innovation und nachhaltigem Unternehmertum repräsentiert.»

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