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ERFINDUNGEN: Die schnellste Lunchbox der Welt

Eine Box, die in Rekordzeit eine warme Mahlzeit bereitet, und eine Babyflasche, die mit einer App bedient wird: Beides hat das St.Galler Start-up Faitron entwickelt. Dafür wurde es für Startfeld Diamant nominiert.
Stefan Borkert
Aron Kenessey, Mitgründer der Faitron AG und Miterfinder, zeigt die smarten Babyflaschen und die serienreife Lunchbox. (Bild: Hanspeter Schiess)

Aron Kenessey, Mitgründer der Faitron AG und Miterfinder, zeigt die smarten Babyflaschen und die serienreife Lunchbox. (Bild: Hanspeter Schiess)

Ein Start-up, das sogar schon Investoren hat vertrösten müssen, findet man nicht alle Tage. Doch die Produkte, die Erfindungen der Faitron AG mit Firmensitz im St.Galler Think-Tank Startfeld, sind derart gefragt, dass die Firmengründer Aron Kenessey und Fabian Graf genau das schon tun mussten. Das erste Produkt, das sie entwickelt haben, ist die ­«Heatsbox», eine Lunchbox, die, egal wo man sich gerade befindet, eine warme Mahlzeit zubereiten kann. Mit einer speziellen mehrseitigen Heiztechnik schafft die Lunchbox das in einer Viertelstunde. Weltweit ist das Rekord. «Konkurrenzprodukte, die schon länger auf dem Markt sind, brauchen dazu bis zu zwei Stunden», sagt Aron Kenessey.

Die Idee für eine solche Lunchbox ist schon während der Schulzeit der beiden Freunde entstanden. «Wir hatten ent­weder keine oder viel zu wenig Mikrowellengeräte am Gymnasium», sagt Kenessey. Warme Mittagsmahlzeiten waren so nur selten möglich. Die zwei Kollegen tüfteln seither an einer praktikablen und bezahlbaren Lösung dieses Problems herum.

Die Lösung war ein Erhitzen der Box von mehreren Seiten

Mittlerweile hat Aron Kenessey sein Studium der Automobiltechnik beendet. Fabian Graf besucht noch die HSG in St.Gallen. Der erste Durchbruch gelang vor drei Jahren. Es wurde eine Lösung gefunden, wie man die Lunchbox von mehreren Seiten gleichzeitig effizient erhitzen kann. «Das hat die Aufwärmzeit drastisch verkürzt. Im Mai 2014 wurde dafür in der Schweiz das Patent angemeldet. Das Interesse auch von etablierten Firmen war schnell sehr gross. Kenessey und Graf setzten deshalb alles auf eine Karte, arbeiteten Tag und Nacht an ihrer Lunchbox, starteten eine Zusammenarbeit mit einer Designfirma in Chicago und hielten bald die ersten Prototypen in der Hand. Im Herbst letzten Jahres gewannen sie mit der Weiterentwicklung davon den Kickstart Accelerator in Zürich in der Kategorie Food. Die Migros mit der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) zeigte Interesse, ebenso Coop. Schliesslich ist eine solche Lunchbox perfekt geeignet für die schon bestehenden Fertigmahlzeiten im Sortiment der Grossverteiler. Damals sagte Bina-Chef Otmar Hofer: «Die Bina möchte sich mit innovativen ­Produkten und Gesamtlösungskonzepten den Zugang zu neuen Märkten verschaffen. Faitron passt mit der innovativen Heatsbox bestens zur Innovationstätigkeit der Bischofszell Nahrungsmittel AG.»

Die tragbare Heatsbox wur­de von Faitron entwickelt, um Mahlzeiten unterwegs oder am Arbeitsplatz auf einfache Weise erhitzen zu können. Das geht über das Stromnetz, über das Bordnetz des Autos oder per externen Akku. In Zukunft soll ein USB-Anschluss folgen und die Entwicklung einer App, mit der die Heatsbox gesteuert werden kann. Dann wird Faitron wohl die erste smarte Lunchbox der Welt im Programm haben. «Ideen haben wir noch viele», sagt Kenessey und stellt ein paar Babyflaschen auf den Tisch. «Das ist unser neuestes Produkt. In nur drei Monaten haben wir die erste smarte Babyflasche der Welt entwickelt.»

In vier Minuten per App auf Körpertemperatur

«BabyBoo» braucht nur vier Minuten, um die Babymilch auf angenehme 37 Grad zu erwärmen. Das geht über eine kleine Dockingstation oder über einen Anschluss direkt an der Flasche. Auch unterwegs kann per Akku die Flasche rasch erwärmt werden. Das mache es Eltern leichter, ist Kenessey überzeugt. Über eine App kann die Flasche gesteuert werden. Die App verfüge unter anderem über einen Timer und lerne bei der Benutzung hinzu. Es wäre sogar möglich, dass sie selbstständig Milchpulver bestellt, wenn die Vorräte zur Neige gehen. Die Babyflasche gibt es in verschiedenen Grössen. Das Interesse an ihr sei riesig, sagt Kenessey. Egal ob in Australien, den USA, Asien oder China. Auch für BabyBoo wurde ein Patent schon angemeldet. Der Schutz sei wichtig, um Nachahmern vorzubeugen.

Babyflasche und Lunchbox werden B2B (Business to Business), also nicht direkt von der Faitron AG, an Endverbraucherkunden geliefert. Das heisst: Kunden sind grosse Haushaltsgerätehersteller, die über die nötigen Vertriebsnetze und Verkaufswege verfügen. Noch haben die beiden Erfinder und Firmengründer keinen Rappen an ihren Produkten verdient. Aber das wird sich, wenn alles gut geht, bis Ende des Jahres ändern. Denn die Lunchbox hat in ihrer aktuellen Version bereits die Serienreife erreicht. Das gilt auch für die Flasche BabyBoo. Die Fertigung ­findet in China statt. «Dort beziehen wir auch die nötigen elektronischen Komponenten», sagt Kenessey. Und das Start-up ist bereits am Wachsen. Mit den Gründern sind es inzwischen fünf Angestellte in der Schweiz geworden, und dazu kommen noch einmal gut 10 Freelancer hinzu.

Kenessey und Graf jedenfalls glauben an die Zukunft ihrer Faitron AG und ihrer Produkte. Kenessey: «Für mich wäre es das Schönste, wenn im Zug neben mir ein Passagier eine Heatsbox auspackt und damit eine warme Mahlzeit geniesst.»

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