Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Entscheid braucht noch Zeit

Die Zukunft des Swissprinters-Standorts in Schlieren ist geklärt: Die Zürcher Neidhart + Schön Group übernimmt die Geschäfte und 45 Mitarbeiter. Der definitive Entscheid über den Betrieb in St. Gallen soll hingegen erst Ende Monat fallen.
Kaspar Enz
St. Galler Mitarbeiter der Swissprinters demonstrieren vor dem Sitz der Hauptaktionärin Ringier in Zürich für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. (Archivbild: ky/Walter Bieri)

St. Galler Mitarbeiter der Swissprinters demonstrieren vor dem Sitz der Hauptaktionärin Ringier in Zürich für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. (Archivbild: ky/Walter Bieri)

ST. GALLEN. Diese Woche hätte die Swissprinters AG entscheiden sollen: Wird die einstige St. Galler Druckerei Zollikofer geschlossen, wie es die Unternehmensführung ankündigte – oder soll mit einem verkleinerten Betrieb ein Teil der 173 Arbeitsplätze gerettet werden, wie es das Personal vorschlug? Es ist noch nicht entschieden. Das Konsultationsverfahren wurde bis zum 28. November verlängert.

Fundiertere Abklärungen nötig

«Einige der Vorschläge von Seiten des Personals haben Potenzial», sagt Eva Tschampa, Sprecherin der Swissprinters AG. Von heute auf morgen sei deren Prüfung aber nicht ernsthaft durchführbar. Die Unternehmensleitung brauche Zeit für «fundierte Abklärungen». Allfällige Kündigungen werden demnach erst im Dezember ausgesprochen.

Trotzdem bleibt Hans-Peter Graf, Branchenverantwortlicher grafische Industrie der Gewerkschaft Syndicom, skeptisch. Wiederholt habe sich Swissprinters-CEO Alfred Wälti während des laufenden Verfahrens öffentlich so geäussert, als ob die Schliessung definitiv wäre, sagt er. So auch gestern in der Mitteilung, die den Swissprinters-Standort in Schlieren betraf (siehe Kasten): «Dass diese Kooperation einem Teil unserer Mitarbeitenden, die durch die Schliessung der Betriebe in St. Gallen und Zürich ihre Stelle verlieren, eine neue Perspektive bietet, war uns wichtig», wird Wälti darin zitiert.

Skeptisch stimmt den Gewerkschafter auch ein Treffen mit Regierungsrat Benedikt Würth, den Vertreter von Personal und Gewerkschaft letzte Woche besuchten. Erhofft hatte sich Hans-Peter Graf deutliche Worte, wie sie die Waadtländer Regierung zur Schliessung des Novartis-Standorts in Nyon äusserte. Doch dazu liess sich der Volkswirtschaftsdirektor nicht bewegen.

«Der Kanton kann nicht die Mittel freistellen, um die Bilanz des Unternehmens zu verbessern», sagt Benedikt Würth auf Nachfrage. Er erwarte aber, dass die Vorschläge ernsthaft geprüft werden und hoffe, dass so eine gewisse Anzahl an Arbeitsplätzen gerettet werden könne.

«In die Pflicht nehmen»

Mitarbeiter und Gewerkschaft geben aber nicht auf. «Wir wollen die Regierung und den Mehrheitsaktionär Ringier in die Pflicht nehmen», sagt Syndicom-Regionalsekretär Dominik Dietrich. Wenn das Ringier-Blatt «Blick» am Montag ein Podiumsgespräch ausrichtet, werde es erneut eine Protestaktion geben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.