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Energiewende mit Vollgas

Die Streule + Alder AG baut nicht nur Solaranlagen. Sie macht auch ihren Strom selber.
Kaspar Enz
Ein Mitarbeiter von Streule + Alder bei der Arbeit auf einem Goldacher Dach. Bild: Ralph Ribi (Goldach, 24. Oktober 2019)

Ein Mitarbeiter von Streule + Alder bei der Arbeit auf einem Goldacher Dach. Bild: Ralph Ribi (Goldach, 24. Oktober 2019)

Tagsüber ist es ruhig am Sitz der Streule + Alder in Rorschach. Die vier Dutzend Mitarbeiter sind beschäftigt, auf Dächern in der Region. Es gibt viel zu tun. Inhaber Karl Streule zeigt auf eine Reihe gestapelter Pakete. 180 Solarmodule stecken drin. «Gut möglich, dass die nächste Woche verbaut sind.»

Über 200 Solaranlagen hat das Unternehmen schon errichtet, darunter auch einige ganz grosse und ungewöhnliche: Den Schweizer Solarpreis erhielt Streule + Alder 2017 für die Fotovoltaikanlage auf dem Hauptsitz der Eugster Haustechnik in Arbon. Dort stecken die Module auch in der Fassade und sind zum Teil durchsichtig. Und die Energie, die sein Unternehmen braucht, will Karl Streule so bald wie möglich selber herstellen. Ein Hindernis gibt es noch. «Bei Lieferwagen ist die Autoindustrie noch nicht so weit.» Doch lange gehe es nicht mehr. Dieser Ansatz ist auch der Raiffeisenbank aufgefallen. Das Unternehmen, das Streule vor bald 30 Jahren gründete, ist für den Raiffeisen-Unternehmerpreis Ostschweiz nominiert, der sich dieses Jahr der Nachhaltigkeit widmet.

Raiffeisen Unternehmerpreis

Für die zweite Ausgabe des Raiffeisen-Unternehmerpreises Ostschweiz sind sechs kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nominiert. Wir stellen die Firmen in loser Folge vor. Vergeben wird der Preis am 14. November im Werk 1 in Gossau. Neben dem Hauptpreis wird auch der Publikumspreis «für das beliebteste Unternehmen» verliehen. (T.G.)

Für die zweite Ausgabe des Raiffeisen-Unternehmerpreises Ostschweiz sind sechs kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nominiert. Wir stellen die Firmen in loser Folge vor. Vergeben wird der Preis am 14. November im Werk 1 in Gossau. Neben dem Hauptpreis wird auch der Publikumspreis «für das beliebteste Unternehmen» verliehen. (T.G.)

«Dabei bin ich gar kein Grüner», sagt Karl Streule. Trotzdem begann sich der Dach­deckermeister vor rund sieben Jahren für Fotovoltaik zu interessieren. «Damals lief in dem Geschäft noch wenig. Ich witterte eine Chance im Energiebereich», sagt Streule. Mit Dächern kannte er sich bereits aus. «Das ist unsere Kernkompetenz, ob mit Ziegeln oder mit Solarmodulen.» Er stieg ins Geschäft ein, liess sich zum Solarteur und Energieberater ausbilden. Dass er auf das richtige Pferd setzte, zeigte die Energiestrategie 2050. «Warum Öllieferanten bezahlen, wenn die Energie vom Himmel komme?», sagt er.

Dabei ist es mit einer Anlage auf dem Dach nicht getan. «Erst geht es darum, die Gebäudehülle zu isolieren, um Energie zu sparen. Dann erst geht es ans Dach.» Bei Streule + Alder gibt es von der Beratung über die Hülle zur Anlage alles aus einer Hand. Die Kunden scheinen das zu schätzen. «Heute geht da die Post ab.»

In der Garage gegründet

«Wer wagt, gewinnt» sei schon immer sein Motto gewesen, sagt Karl Streule. Schon als sich der Heidener Anfang der 1990er- Jahre in Rorschach als Dachdecker selbstständig machte. «Ich fing in einer Garage an», sagt er. «Ich fuhr mit dem Velo durch Rorschach. Wenn ich ein Dach sah, das repariert werden sollte, klopfte ich an». So kam er zu seinen ersten Aufträgen – auch grösseren, so wuchs die Firma stetig. 2003 kaufte er die alte Klostermühle, seither der Hauptsitz der Firma. Ein grosser Lupf sei das damals gewesen, sagt Streule.

Einer der sich lohnte. Heute stehen um das alte Gebäude schon wieder neue Werkstätten und Lagerräume. Nach der Fotovoltaik setzte Streule + Alder bald auf einen dritten Pfeiler: die Spenglerei. Auf deren Arbeit sind Dachdecker immer wieder angewiesen. Alle drei Sparten in einem Betrieb unterzubringen, sei aber eher ungewöhnlich. Auch deshalb «schaut die Branche in der ganzen Schweiz auf uns», sagt Karl Streule.

Damit das funktioniert braucht, man die richtigen Leute. «Jede Sparte leitet einer, der das besser kann als ich», sagt Streule. Und er selbst legt immer noch Hand an – gerade bei der Ausbildung der Lehrlinge. «Ich bin vielleicht nicht mehr der Schnellste. Aber ich kann mein Handwerk noch.» Einen Dachdeckerweltmeister hat sein Unternehmen letztes Jahr bereits hervorgebracht. «Wir sind eben ein Vollgasbetrieb.»

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