Kommentar

Übernahme von UPC durch Sunrise bringt endlich Druck auf die Swisscom

Der Zusammenschluss von Sunrise und UPC ist eine Chance für die Liberalisierung der Schweizer Telekombranche. Der bisher zersplitterten Konkurrenz fehlte oft das nötige Gewicht, um der dominanten Swisscom Paroli zu bieten.

Beat Schmid
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Der milliardenschwere Zusammenschluss von UPC und Sunrise ist eine gute ­Nachricht für den Schweizer Telekommunikationsmarkt. Er lässt hoffen, dass die Preise für Mobil- und Festnetzange­bote endlich günstiger werden. Der bisher zersplitterten Konkurrenz fehlte oft das nötige Gewicht, um der übermächtigen Swisscom Paroli zu bieten. Der halbstaatliche Konzern hatte die privaten Wettbewerber nie ernsthaft zu fürchten.

Die Dominanz der Swisscom zeigt sich auch daran, dass sie ihre Marktanteile in den vergangenen Jahren teilweise noch ausbauen konnte. Diese Entwicklung ist ohne Beispiel in entwickelten Staaten, die, wie die Schweiz, ihre Telekommärkte vor über 20 Jahren liberalisierten.

Die neuen Kräfteverhältnisse mit einer wesentlich grösseren Sunrise versprechen nun mehr Wettbewerb auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt. Es ist zu hoffen, dass die Wettbewerbskommission dem Vorhaben grünes Licht geben wird. Sicher ist das nicht. Noch in Erinnerung ist, wie die Behörden im Jahr 2010 sehr zum Gefallen der Swisscom eine Fusion von Sunrise und Orange verhindert hatten.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, dass Sunrise ein Unternehmen mit Sitz und Kotierung in der Schweiz ist. Das oft vorgebrachte Argument, dass ausländisch kontrollierte Telekomfirmen hierzulande nur an der Abschöpfung der hohen Schweizer Kaufkraft interessiert seien, zieht somit nicht. Mit dem Zusammenschluss von Sunrise und UPC erhält die Liberalisierung des Schweizer Fernmeldewesens eine neue Chance.