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Kommentar

Ende im Sika-Streit: Eine Einigung, drei Gewinner

Stv. Chefredaktor Roman Schenkel zur Einigung im Streit zwischen Vertretern von Sika, der Erbenfamilie Burkard und der französischen Firma Saint-Gobain.
Roman Schenkel
Roman Schenkel

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Auf dem Papier hätte es einer der besten Coups werden sollen, den Saint-Gobain je gelandet hat. In der Realität entwickelte sich aus dem Übernahmeversuch der Franzosen ein jahrelanger Rechtsstreit um die Zuger Industrieperle Sika. Der Ausgang war höchst ungewiss. Gestern kam es überraschend zu einem aussergerichtlichen Kompromiss, bei dem alle Beteiligten ihr Gesicht wahren – ja sich sogar als Gewinner wähnen – können.

Die Erbenfamilie Burkard sieht sich als Gewinnerin, weil sie ihren Anteil an dem von ihrem Vater Romuald Burkard lange Zeit geleiteten Unternehmen wie vereinbart an die Franzosen verkaufen kann. Der ursprünglich vereinbarte Verkaufspreis von 2014 wurde mit Blick auf den in der Zwischenzeit stark angestiegenen Aktienkurs sogar noch aufgebessert. Statt 2,75 Milliarden Franken erhalten die Burkards 3,22 Milliarden Franken von Saint-Gobain.

«Damit kehrt nun endlich wieder Ruhe um Sika ein. Die Vernunft hat gesiegt.»

Der französische Industriekonzern Saint-Gobain kann sich als Gewinner fühlen, weil er einen Teil der erworbenen Aktien zu einem stolzen Preis von über 2 Milliarden Franken an Sika weiterverkaufen kann. Für die 10,75-Prozent-Beteiligung an Sika haben die Franzosen damit nur 1,22 Milliarden Franken bezahlt. Ein Betrag, der rund 600 Millionen Franken unter dem aktuellen Börsenwert von Sika liegt.

Der Verwaltungsrat der Sika kann sich als Sieger betrachten, weil er sich mit Erfolg gegen die Übernahmeversuche von Saint-Gobain zur Wehr gesetzt hat. Er hat der Zuger Firma ihre Eigenständigkeit bewahrt. Sika bleibt schweizerisch. Die Angst, dass bei einer Kontrolle durch Saint-Gobain das Unternehmen zerlegt werden könnte, ist weggewischt. Saint-Gobain wird zwar zum grössten Sika-Einzelaktionär, die Franzosen werden aber so behandelt wie jeder andere Aktionär auch. Künftig gilt bei Sika nämlich der Grundsatz: eine Aktie, eine Stimme. Das SMI-Unternehmen wird so zu einer reinen Publikumsgesellschaft.

Damit kehrt nun endlich wieder Ruhe um Sika ein. Die Vernunft hat gesiegt, die Parteien haben sämtliche Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Die eindrückliche Erfolgsgeschichte der Firma kann weitergehen. Die Mitarbeitenden von Sika können sich von nun an wieder voll und ganz aufs Geschäft konzentrieren. Sie sind die wahren Gewinner dieser Einigung.

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