Ems legt einen Schlussspurt hin

Der Spezialchemiekonzern hat zum Jahresende positiv überrascht. War das erste Semester von der Rezession überschattet, resultiert jetzt sogar ein Gewinnplus.

Stefan A. Schmid
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Zürich. Natürlich sei sie «erfreut». Aber auch «ein bisschen überrascht». Dass die Ems-Gruppe, die Anfang 2009 am Hauptstandort Domat/Ems noch 570 Angestellte in Kurzarbeit hatte, das Krisenjahr 2009 mit derart starken Gewinnzahlen abschliessen konnte (vgl. Tabelle), hat Firmenchefin Magdalena Martullo lange nicht für möglich gehalten. Der Umsatz des auf Spezialkunststoffe fokussierten Konzerns sank zwar um 20% auf 1,2 Mrd. Fr.

, das Betriebsergebnis aber konnte dank des besseren Geschäftsgangs im 2. Halbjahr und Kosteneinsparungen minim auf 222 Mio. Fr. gesteigert werden. Die betriebliche Marge von 18,5% ist die höchste seit 10 Jahren.

Mitte Jahr hatte es ganz anders ausgesehen. Damals lag der Umsatz 35% unter Vorjahr, der Gewinn hatte sich auf 71 Mio. Fr. halbiert. Hauptgrund war der weltweite Einbruch der Nachfrage.

Zudem bekam Ems, die mittlerweile 56% ihres Umsatzes mit Produkten für Autos erarbeitet, die Flaute in der Autoindustrie mit voller Wucht zu spüren.

Mitte Jahr sei der Tiefpunkt aber überwunden gewesen. Und seit Sommer ist Kurzarbeit auch passé. Im 4. Quartal nahm der Umsatz wieder um 14% zu. «Es wurde wieder gekauft, und die zuvor stark abgebauten Lager wurden leicht aufgebaut», sagte Martullo. Die Autoindustrie profitierte zudem von den staatlichen Verschrottungsprämien.

Neben dem besseren Geschäftsgang profitierte Ems im 2. Semester auch von tiefen Rohstoffkosten (Erdölpreise) und vom frühzeitigen Tritt auf die Kostenbremse. Mittlerweile stellt Ems wieder Mitarbeitende ein und investiert wieder stärker. Für 2010 rechnet Martullo mit einem deutlich höheren Umsatz und einem leicht höheren Betriebsergebnis.

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