EISHOCKEY: Weko vermutet Foul von UPC

Die Wettbewerbskommission nimmt Schweizer Eishockeyspiele im Bezahlfernsehen unter die Lupe. Die Frage ist, ob Kabelnetzbetreiberin UPC Konkurrenten die Übertragung ungerechtfertigt vorenthält.

Johannes Brinkmann/sda
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Eishockey-Spiele sind im TV beliebt. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Eishockey-Spiele sind im TV beliebt. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

UPC könnte ab der kommenden Saison bei der Übertragung von Eishockeyspielen im Bezahlfernsehen eine marktbeherrschende Stellung haben und diese Stellung möglicherweise missbrauchen, teilte die Weko mit. Insbesondere untersuche die Weko, ob UPC der Nichtkabelnetzkonkurrenz die Eishockeyübertragungen ungerechtfertigterweise vorenthalte. Geklagt hatte die Swisscom, nachdem sich UPC geweigert hatte, der Swisscom die Übertragung von Eishockeyspielen zu ermöglichen. UPC hat die Übertragungsrechte für fünf Jahre ersteigert. Ab der kommenden Saison 2017/18 überträgt sie die Spiele der Schweizer Eishockeyligen über ihren neuen Sport-TV-Sender MySports. Die Swisscom hat das Nachsehen. UPC hat die Aufschaltung des Signals nur den Schweizer Kabelnetzbetreibern unterbreitet.

Bisher hatte die Swisscom-Tochter Teleclub die Rechte für die Übertragung von Eishockeyspielen im Bezahl-TV inne. Sie hatte der Kabelnetzkonkurrenz und anderen TV-Anbietern jahrelang zwar Zugang zu Eishockeyspielen gegeben, aber nur in reduziertem Umfang. Zudem mussten deren Kunden mehr bezahlen als bei Swisscom-TV. Die Weko verhängte 2016 gegen die Swisscom eine Busse von fast 72 Mio. Franken. Die Swisscom weist die Vorwürfe zurück und hat das Urteil weitergezogen. Sie habe nur ihre hohen Investitionen schützen wollen, indem sie der Konkurrenz gewisse Spiele vorenthalten habe, argumentiert sie. Zudem habe die Swisscom-Tochter Teleclub bereits im letzten Jahr sämtlichen Schweizer TV-Plattformanbietern ein Angebot zur Aufschaltung gemacht.

Die UPC drehte nun den Spiess um. Die ersteigerten Rechte will die Kabelnetzbetreiberin der Swisscom auf keinen Fall anbieten. Mit MySports wolle man das langjährige Monopol von Swisscom/Teleclub im Sportbereich brechen. Dafür investiere UPC einen hohen Millionenbetrag. Um diese Investitionen zu schützen, werde das MySports-Signal nicht an die Swisscom weitergegeben. UPC hat mit über einem Dutzend TV-Anbietern Distributionsverträge für die Weitergabe von MySports abgeschlossen.

Die Swisscom begrüsste die aktuelle Weko-Untersuchung gegen UPC. Die Situation heute sei nicht mit der Vergangenheit vergleichbar, konterte hingegen UPC in einer Stellungnahme.

Johannes Brinkmann/SDA

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