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Facebook, Netflix, Apple & Co: Einstige Börsenstars befinden sich im Strudel

Im vorigen Jahr waren sie zuerst die Stars, dann verloren sie massiv an Wert. Nun entwickeln sich die Aktien der Technologieriesen Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google ganz unterschiedlich.
Renzo Ruf, Washington
Das Apple-Logo im Store des Technologiegiganten in der chinesischen Hauptstadt Peking. (Bild: Kevin Frayer/Getty, 7. Januar 2019)

Das Apple-Logo im Store des Technologiegiganten in der chinesischen Hauptstadt Peking. (Bild: Kevin Frayer/Getty, 7. Januar 2019)

Das sind Zahlen, die normalerweise bei Analysten für Freudensprünge sorgen: Im letzten Quartal des Jahres 2018 ist es dem Unterhaltungskonzern Netflix gelungen, 8,8 Millionen neue Abonnenten zu gewinnen – was einer Zunahme von 34 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal im Jahr 2017 entspricht. Unter dem Strich wuchsen die Einnahmen von Netflix damit im vierten Quartal 2018 um satte 27 Prozent auf fast 4,2 Milliarden US-Dollar. Und der Gewinn betrug 134 Millionen Dollar.

Die Börsianer allerdings zeigten sich über diese Erfolgsmeldungen enttäuscht. Sie zeigten sich beunruhigt über Kommentare von Netflix-Konzernchef Reed Hastings über neue Konkurrenten wie das Softwareunternehmen Epic Games («Fortnite»). Auch hatten sie mit noch höheren Einnahmen gerechnet. Und obwohl Netflix diese Schätzung nur gerade um 0,2 Milliarden Dollar verfehlte, sackte der Aktienkurs am Freitag zwischenzeitlich um rund 4 Prozent ab. Beobachter erklärten diese doch etwas übertriebene Reaktion auch mit der Euphorie, mit der die Analysten zu Wochenbeginn auf die Ankündigung von Netflix reagiert hatten, dass die Mitgliedergebühren in den USA um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht werden.

Teurere Abos wegen eigener Produktionen

So soll das beliebteste Abonnement künftig 13 Dollar pro Monat kosten oder zwei Dollar mehr als bisher. In einem Analystengespräch begründete Greg Peters, verantwortlich für die zahlreichen selbstproduzierten Filme und Serien, die Netflix ausstrahlt, diesen aggressiven Schritt mit dem Geschäftsmodell seines Un­ternehmens. «Wir wollen Mehrwert für die Abonnenten schaffen», sagte er. Dank der Mehr­einnahmen stehe Netflix nun frisches Geld zur Verfügung, um neue (kostspielige) Produkte wie den Online-Blockbuster «Bird Box» herzustellen, den sich innerhalb eines Monats angeblich 80 Millionen Haushalte ansahen.

Trotz dieses Rückschlages ist Netflix derzeit das einzige Tech-Vorzeigeunternehmen, das positive Schlagzeilen macht – nachdem sich im Kreis der sogenannten FAANG-Aktien (zu denen auch Facebook, Amazon.com, Apple und die Google-Muttergesellschaft Alphabet gehören) in den vergangenen Monaten die unternehmerischen Rückschläge gehäuft haben. Und obwohl man derzeit bloss darüber spekulieren kann, wie stark sich die angekündigte Scheidung von Amazon-Chef und Mehrheitsaktionär Jeff Bezos oder die anhaltende Kontroverse um den Datenschutz bei Facebook auf den jeweiligen Geschäftsgang auswirken werden, ist die grenzenlose Euphorie an der Börse doch verflogen.

Kopfzerbrechen bereiten den Analysten zudem auch regulatorische Drohgebärden aus Washington. Demokraten und Republikaner haben angekündigt, dass sie den führenden Technologieunternehmen künftig stärker auf die Finger schauen wollen. Ab und zu ist gar die Rede von einer Zerschlagung eines dominanten Anbieters – weil Unternehmen wie Google oder Amazon angeblich ihre jeweilige Marktmacht missbrauchten. Diese Positionsbezüge sind zwar ­derzeit in der amerikanischen Hauptstadt noch nicht mehrheitsfähig. Der designierte Justizminister William Barr – alles andere als ein politischer Scharfmacher – sagte diese Woche aber während einer Parlamentsanhörung: Es sei wichtig, dass sein Ministerium, zu dem auch eine Abteilung zur Bekämpfung von Kartellen gehört, sich künftig stärker mit dieser Materie befasse.

Apple befürwortet strengere Regeln

Am wenigsten Sorgen über einen regulatorischen Eingriff muss sich unter den FAANG-Unter­nehmen wohl Apple machen. Der Technologiekonzern generiert seinen Umsatz vornehmlich mit dem Verkauf von Hardware. Konzernchef Tim Cook sprach sich diese Woche deshalb ausdrücklich für die Verabschiedung griffigerer Datenschutzbestimmungen aus und dafür, dass die FTC (Federal Trade Commission) eine aggressivere Rolle spielen solle.

Dennoch scheint sich der ehemals wertvollste Konzern der Welt – im vorigen Herbst belief sich der Börsenwert von Apple auf gegen 1100 Milliarden Dollar – derzeit in einem Tief zu befinden. Die Apple-Aktie hat in den letzten drei Monaten rund einen Drittel ihres Wertes eingebüsst. Ein Grund dafür sind rückläufige Verkaufszahlen für das Vorzeigeprodukt iPhone. Gerade in China scheint Apple den Zenit erreicht zu haben; am Freitag wurde bekannt, dass der Zulieferbetrieb Foxconn deshalb in den vergangenen Monaten Zehntausende von Aushilfskräften entlassen habe.

Konträr denkende Analysten finden allerdings die Reaktion der Börse auf diese Meldungen übertrieben. Zwar stimme es wohl, dass weltweit eine gewisse iPhone-Sättigung erreicht worden sei, sagen sie. Apple sei von dieser Entwicklung aber nicht überrascht worden, sondern habe in den vergangenen Jahren die Produktepalette, gerade auch bei den IT-Dienstleistungen, stetig ausgebaut, etwa mit Investitionen in Apple Music und Apple Pay. Die Aktie sei deshalb derzeit ein Schnäppchen, sagte das Investmenthaus DTF Capital.

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