Einkaufszentren tun sich schwer

Trotz höherer Kundenfrequenzen haben die Schweizer Shopping Centers vergangenes Jahr erneut weniger verkauft. Zugelegt haben neue Dienstleister.

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Vor Jahresfrist waren es «ernüchternde Zahlen», die das Forschungsinstitut GfK Switzerland für die Entwicklung der Schweizer Einkaufszentren 2015 vorlegte. Damals waren die Umsätze um 3% geschrumpft. Und jetzt? Die jüngste Untersuchung zeigt, dass die Umsätze 2016 um weitere 1,9% abgenommen haben. Zum Vergleich: Der Schweizer Detailhandel insgesamt hat 1,7% eingebüsst. Von den grössten zehn Shopping Centers, angeführt vom Glattzentrum, haben sieben weniger verkauft als im Vorjahr. Die St. Galler Shopping-Arena als Nummer neun und Ostschweizer Platzhirsch hat ihren Umsatz mit 215 Mio. Fr. gehalten, nachdem 2015 noch ein Minus von 5,3% resultiert hatte. Zugelegt hat von den Top 10 einzig das Zugerland in Steinhausen.

GfK-Direktor Thomas Hochreutener erklärt den kumulierten Umsatzrückgang der Einkaufszentren mit dem «Mix aus Einkaufstourismus, Preiserosion und Online-Vormarsch». Dabei sind die Kundenfrequenzen 2016 um 0,8% gestiegen, aber die Leute haben weniger gekauft. Zudem ist auch die Gesamtfläche der Einkaufszentren weiter gestiegen, um 0,5%. Weniger Umsatz trotz mehr Fläche heisst: Die Produktivität sinkt, und das hat sie laut GfK fast überall getan. Weit besser entwickelt hat sich dagegen der Detailhandel an grossen Bahnhöhen und am Flughafen Zürich (Airport Shopping).

Aufgeschlüsselt nach Branchen weisen über die letzten fünf Jahre in Einkaufszentren Elektronikhändler und Reisebüros eine Negativtendenz auf. Sport, Mode sowie Do-it und Garten stagniertem auf hohem Niveau. Zugelegt haben vor allem Dienstleister, die in Einkaufszentren relativ neu sind: Ärzte- und Gesundheitszentren oder Kosmetiksalons. (T. G.)