Einkaufen über mehrere Kanäle

Im August 2016 eröffnet Zur Rose Frauenfeld, die inzwischen grösste Online-Apotheke Europas, in Bern auch ein Ladengeschäft.

Stefan Borkert
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FRAUENFELD. Die Internet Apotheke Zur Rose wird nun auch als Ladengeschäft zur Konkurrenz der konventionellen Apotheken. Für Sommer 2016 ist die Eröffnung eines Ladengeschäftes am Bahnhof Bern geplant. Es ist die zweite stationäre Apotheke von Zur Rose. Walter Oberhänsli, Chef der Zur-Rose-Gruppe, sagt, auch in Steckborn habe man seit dem Gründungsjahr von Zur Rose eine stationäre Apotheke.

Erfahrungen sammeln

Weitere Apothekengeschäfte in der Schweiz könnten folgen. «Vorderhand konzentrieren wir uns auf unsere erste Flagship-Apotheke. Wir werden gestützt auf die Erfahrungen mit dem ersten Store zu gegebener Zeit entscheiden, ob wir weitere Apotheken eröffnen. Sollte eine Ausdehnung in Frage kommen, würde man auf Standorte fokussieren, in denen die Selbstdispensation durch Ärzte, sprich die Medikamentenabgabe in der Praxisapotheken, nicht erlaubt sei, fährt er fort. Auf preislicher Ebene sieht Oberhänsli Zur Rose im Vorteil. Die Preise sollen jenen im Onlineshop entsprechen. «Zur Rose verfügt als Versandapotheke über effiziente Prozesse. Diesen Kostenvorteil geben wir auch im Flagshipstore weiter», sagt Oberhänsli.

Der Zur-Rose-Chef sieht die Unternehmensstrategie nicht als eine Reaktion auf das Bundesgerichtsurteil. Das Bundesgericht hatte Ende September entschieden, dass es für Internetbestellungen von rezeptfreien Medikamenten in der Schweiz ein ärztliches Rezept braucht. Apotheken hingegen dürfen rezeptfreie Medikamente auch weiterhin ohne Rezept über den Ladentisch verkaufen. Oberhänsli: «Nein, der Entscheid hat nichts mit dem Bundesgerichtsurteil zu tun. Es hat unseren Entscheid für eine stationäre Apotheke aber bestärkt.» Die Versandapotheke und Ärztegrossistin Zur Rose verfolgt mit der Erweiterung ihrer Geschäftstätigkeit eine neue Strategie, die es Kunden erlaubt, über mehrere Kanäle einzukaufen. Mit dem ersten Umsetzungsschritt dieser sogenannten Omnichannel-Strategie biete Zur Rose ihren Kunden nicht nur beide Vertriebswege, sondern schaffe Vorteile wie die Online-Bestellung mit der Option, die Medikamente in der Filiale abzuholen.

Gesundheitskosten senken

Oberhänsli erklärt: «Als Versandapotheke ist die Präsenz mit einer Vor-Ort-Apotheke eine sinnvolle Ergänzung, denn wir können die Synergien beider Kanäle nutzen.» Ausserdem senke man die Gesundheitskosten. Laut dem Verband der Schweizer Versandapotheken spart das Schweizer Gesundheitssystem dank den Versandapotheken pro Jahr 30 Mio. Fr. ein.