«Eine Zweiteilung des Marktes»

Nachgefragt

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Grosses Angebot: Beachtlich viele neu erstellte Wohnungen stehen leer. (Bild: Martin Rütschi/KEY)

Grosses Angebot: Beachtlich viele neu erstellte Wohnungen stehen leer. (Bild: Martin Rütschi/KEY)

Robert Weinert, in der Ostschweiz sind die Preise für Mietwohnungen, aber auch für Stockwerkeigentum in den letzten 12 Monaten leicht gesunken. Weshalb?

Einige Regionen der Ostschweiz verzeichneten eine intensive Bautätigkeit. Darunter zum Beispiel das Rheintal, Untersee im Kanton Thurgau sowie der Oberthurgau. Diese regionalen Wohnungsmärkte galten schon zuvor als liquid. In Kombination mit den zahlreichen Neubauten drückt dies auf die Preise.

Im Gegensatz verteuern sich Einfamilienhäuser, besonders in der Ostschweiz. Was ist die Erklärung dafür?

Weite Teile der Ostschweiz sind ländlich geprägt. Während in Städten als Kaufobjekt heute praktisch nur noch Stockwerk­eigentum in Frage kommt, ist ein Einfamilienhaus für viele Menschen in ländlichen Regionen immer noch ein Traum. Offenbar vermag die heute viel geringere Bautätigkeit bei den Einfamilienhäusern die Nachfrage bei weitem nicht zu decken.

Steigen die Leerstände noch?

Tendenziell ja. Wir stellen aber eine Zweiteilung des Marktes fest. Über alle Wohnobjekte für Miete und Kauf gesehen ist die Leerstandsziffer mit 0,2 Prozent in Zürich am tiefsten und mit 5,15 Prozent im Oberaargau am höchsten. In Relation zu anderen Anlagemöglichkeiten erscheinen Immobilieninvestitionen immer noch attraktiv. Weil aber die Zahl von Renditeliegenschaften respektive Mehrfamilienhäusern an guten Lagen begrenzt ist, werden andernorts Neubauprojekte lanciert – teils auch fernab starker Wohnungsnachfrage. (J. Z.)