Eine Frage der Ethik

Wie schätzen Branchenexperten, etwa von Prüf- und Beratungsfirmen, Manfred Gärtners HSG-Studie ein? «Es handelt sich um eine wissenschaftliche Studie, die einen breiten Überblick gibt über die steuertechnische Ausgangslage in den einzelnen Kantonen», sagt auf Anfrage Daniel Senn, Leiter der

Drucken

Wie schätzen Branchenexperten, etwa von Prüf- und Beratungsfirmen, Manfred Gärtners HSG-Studie ein? «Es handelt sich um eine wissenschaftliche Studie, die einen breiten Überblick gibt über die steuertechnische Ausgangslage in den einzelnen Kantonen», sagt auf Anfrage Daniel Senn, Leiter der Financial Services von KPMG Schweiz. «Daraus lassen sich aber nicht Aussagen ableiten über die Steuerehrlichkeit in den einzelnen Kantonen.»

Individuell gefordert

Zwar sei die Möglichkeit, sich der Steuerpflicht zu entziehen, mathematisch betrachtet je nach Wohnsitz unterschiedlich gross. «Das heisst aber nicht, dass diese Umstände automatisch auch von allen ausgeschöpft werden. Denn die Frage der Steuerehrlichkeit muss letztlich jeder nach ethischen Gesichtspunkten entscheiden – unabhängig von den rechnerisch vorhandenen Möglichkeiten», sagt Senn.

Genf einsam an der Spitze

Laut Gärtner lohnt sich für Gutverdienende Steuerhinterziehung potenziell am häufigsten im Kanton Genf: Dort übersteigt der Grenzsteuersatz die 35%-Marke der Verrechnungssteuer bei 30% der verheirateten und bei 17% der ledigen Steuerpflichtigen. Sie alle können sich finanziell besser stellen, falls sie ihre Vermögenseinkommen nicht vollständig deklarieren. In 20 Kantonen, darunter Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau, liegen die Anteile der verheirateten potenziellen Profiteure zwischen 5% und 15%. Nur in fünf Kantonen lohnt sich Steuerhinterziehung für Betuchte nicht: in Appenzell Innerrhoden, Ob- und Nidwalden, Schwyz und Zug. (T.F./T.G.)

Aktuelle Nachrichten