Ein zweiter Gut steigt bei der Credit Suisse ein

Ende April soll Alexander Gut in den Verwaltungsrat der Credit Suisse gewählt werden. Damit tritt er in die Fussstapfen seines Vaters: Rainer E. Gut führte jahrzehntelang die Grossbank beim Zürcher Paradeplatz.

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Alexander Gut soll in den Verwaltungsrat der Credit Suisse gewählt werden.

Alexander Gut soll in den Verwaltungsrat der Credit Suisse gewählt werden.

Aargauer Zeitung

Alexander Gut (43) war als Wirtschaftsprüfer war unter anderem als Bankprüfer tätig. Seit 2007 ist er Managing Partner der Gut Corporate Finance AG, eines unabhängigen Beratungsunternehmens im Bereich Corporate Finance. Alexander Gut sitzt bereits in den Verwaltungsraten des Personaldienstleisters Adecco und des Zementherstellers LafargeHolcim Ltd sowie der SIHAG, Schweizer Industrie Holding AG.

Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse (CS), sagt laut der heute publizierten Medienmitteilung, er freue sich, mit Gut einen «ausgewiesenen Experten mit internationaler Erfahrung im Bereich Finanzdienstleistungen und Bank-Audit zur Wahl in den Verwaltungsrat der Credit Suisse Group» vorzuschlagen. Zudem soll Gut auch in den Verwaltungsrat der neu zu gründenden Rechtseinheit der Bank in der Schweiz berufen werden.

Sohn des langjährigen Chefs

Überraschend an der Nomination von Alexander Gut ist, dass damit der Sohn des langjährigen Chefs der einstigen Kreditanstalt für die Grossbank tätig wird. Heute ist Rainer E. Gut (83) Ehrenpräsident der CS. Er stiess anfangs der siebziger Jahre zum Zürcher Geldhaus. Der damalige Präsident der SKA-Generaldirektion, Eberhard Reinhardt, gab ihm den Auftrag: «Put the bank on the map of international business.» Diesen Befehl, die CS zum international bedeutenden Geldhaus zu machen, setzte Gut in den nächsten Jahrzehnten um. Ende der achtziger Jahre übernahm er die US-Investmentbank First Boston, die er mehrfach mit Milliarden nachkapitalisieren musste.

Auch Zukäufe wie die Winterthur Versicherung oder der Volksbank waren verlustreich. In der Holocaust-Debatte der neunziger Jahre um nachrichtenlose Vermögen machte sich Gut stark für die Schaffung eines humanitären Fonds durch die Schweizer Wirtschaft. Dank seines Engagements kam es 1998 zum einem Vergleich zwischen den Schweizer Banken und der jüdischen Klägerschaft in New York. Im Jahr 2000 gab Gut das Verwaltungsratspräsidium ab.

Während seiner Karriere sass Gut in vielen Verwaltungsräten von Schweizer Firmen. Unter anderem war er auch Néstlé-Verwaltungsratspräsident. Mit seiner Gattin, der Amerikanerin Josephine Lorenz, hat er vier Kinder. Eines davon, Alexander, tritt jetzt bei der CS in seine Fussstapfen.