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Eschenzer Schreinerei Bantli im Finale: «Ein Zahnrädli im Getriebe»

Oliver Bantli entwickelt seine Schreinerei ständig weiter. Sie ist für den Raiffeisen-Unternehmerpreis Ostschweiz nominiert.
Thomas Griesser Kym
Oliver und Petra Bantli im Ausstellungsraum ihrer Schreinerei. Bild: Andrea Stalder

Oliver und Petra Bantli im Ausstellungsraum ihrer Schreinerei. Bild: Andrea Stalder

Das Unternehmer-Gen scheint in der Familie Bantli zu liegen. Was Vater Martin vor gut 37 Jahren begonnen hat, führt Oliver Bantli in zweiter Generation weiter. Mit Erfolg: Als er 2003 als 27-Jähriger die Schreinerei in Eschenz am Ausfluss des Untersees in den Rhein übernahm, zählte sie 10 Mitarbeitende. Mit viel Energie und frischen Ideen hat Oliver Bantli die Firma kontinuierlich weiterentwickelt und beschäftigt heute 40 Fachkräfte, darunter 8 Lernende. Er sei «Unternehmer mit Leib und Seele, und ich bin mit Herzblut und Leidenschaft an der Arbeit», sagt Bantli.

Das Leistungsspektrum der Schreinerei Bantli reicht von Möbeln über Küchen, Badezimmer und Innenausbauten bis zu Zimmereiarbeiten. «Qualität ist ein wichtiger Faktor», sagt Bantli. «Und das Wissen und das Verständnis dafür, was die Kunden wollen.» Dieses unternehmerische Denken versucht der Chef auch seinem Team weiterzugeben, und er setzt auf permanente Weiterbildung. Diese plus die Erfahrung der Mitarbeitenden sei auch erforderlich, um den modernen Maschinenpark in der hoch automatisierten Produktion zu bedienen.

Innovationen in Produktion und Energietechnik

Neben dem Geschäft mit privaten Kunden arbeitet die Schreinerei regelmässig für Unternehmen und für öffentliche Einrichtungen. In der Kundenkartei stehen Banken, Hotels, Industriebetriebe, Spitäler, Arztpraxen, Alterszentren usw. Aufgrund der grenznahen Lage zu Deutschland hat Bantli sein Marktgebiet auch in den Raum Zürich ausgerichtet.

Als einer der ersten Betriebe in der Schweiz hat die Schreinerei Bantli laut ihrem Inhaber 2007 die vollständige Datendurchgängigkeit ab 3D-CAD eingeführt. Das bedeutet, dass einmal erfasste Daten den gesamten Produktionsprozess begleiten und für alle Arbeitsschritte zur Verfügung stehen. «So gewinnen wir Prozess- sicherheit, und das erhöht die Effizienz nachhaltig und verhindert mögliche Fehlerquellen», sagt Bantli.

Innovation sei ein wichtiger Wert. Bantli investiert deshalb regelmässig in neue Technologien, die neue Möglichkeiten bieten und Mehrwert schaffen. Dadurch wird der Maschinenpark grösser, was mehr Platz benötigt. Die Betriebsliegenschaft ist in den vergangenen Jahren siebenmal ausgebaut worden, und die Etappen acht und neun sind bereits in Planung. Die Erweiterungen werden auch dazu genutzt, laufend Arbeitsprozesse zu optimieren.

«Das Thema Nachhaltigkeit liegt mir sehr am Herzen», sagt Bantli. Daher investiert er auch hier in innovative Technik. Seit 2012 betreibt seine Firma einen Wärmeverbund. Zu diesem gehören der eigene Betrieb sowie 15 Häuser in der Nachbarschaft. Mit einer Holzschnitzelheizung erzeugt Bantli Energie aus den Holzabfällen der Schreinerei. Die so gewonnene Wärme wird für das Beheizen und den Warmwasserbedarf der Liegenschaften verwendet. Auf dem Dach der Schreinerei befindet sich zudem eine Fotovoltaikanlage, die den gesamten Strombedarf der Firma deckt.

«Lohn für alle, die zum Erfolg beitragen»

Stets neuste Technologien einzuführen, berge zwar auch Risiken, weiss Bantli. «Aber dafür zieht man dann auch als einer der ersten den Nutzen daraus.» Zu Nutzen macht er sich auch die Lehrlingsausbildung, mit der er selber für den nötigen Nachwuchs in seinem Betrieb sorgt. Neben einer guten Ausbildung ist es Bantli ausserdem wichtig, den jungen Berufsleuten «ein Verantwortungsgefühl für unsere Umwelt und einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen mit auf den Weg zu geben». Nach Möglichkeit bietet die Bantli AG ihren Lernenden nach dem Lehrabschluss eine Arbeitsstelle an und erarbeitet mit ihnen einen individuellen Karriereplan.

Dass die Bantli AG als eines von sechs KMU für den diesjährigen Raiffeisen-Unternehmerpreis Ostschweiz nominiert ist, ist für Oliver und seine Frau und Geschäftspartnerin Petra Bantli Ehre und Freude zugleich. Ein Gewinn des Preises wäre «Lohn für alle, die zum Erfolg unserer Firma beitragen». Oliver und Petra Bantli sprechen hierbei von «der geschäftlichen Familie» – Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten. Und wie sehen sie ihre eigene Rolle? «Wir sind ein Zahnrädli im Getriebe.»

Unternehmerpreis

Für die zweite Ausgabe des Raiffeisen-Unternehmerpreises Ostschweiz sind sechs kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nominiert. Wir stellen die Firmen in loser Folge vor. Vergeben wird der Preis am 14. November im Werk 1 in Gossau. Neben dem Hauptpreis wird auch der Publikumspreis «für das beliebteste Unternehmen» verliehen. (T. G.)

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