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«Ein Verbot wäre rechtswidrig»

Nachgefragt
Die Zur-Rose-Gruppe baut ihre Position als europäischer Marktführer dynamisch aus. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone (Frauenfeld, 17. November 2016))

Die Zur-Rose-Gruppe baut ihre Position als europäischer Marktführer dynamisch aus. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone (Frauenfeld, 17. November 2016))

Einerseits kritisieren Sie die Pläne der grossen Koalition in Deutschland, die den Versand rezeptpflichtiger Medikamente verbieten will, andererseits machen Sie einen gelassenen Eindruck.

Was die SPD am Schluss noch akzeptierte, wollte die CDU ja schon ein Jahr vorher. Damals scheiterte ein entsprechendes Gesetzesvorhaben am Widerstand verschiedener Politiker. Was jetzt im Koalitionsvertrag steht, ist schwächer, weil es nur eine Absichtserklärung ist.

Der neue Gesundheitsminister Jens Georg Spahn könnte das Vorhaben aber zu Gunsten der stationären Apotheken ­wieder aufgreifen.

Wir werden sehen. Spahn ist bekannt für seine liberale Haltung und für seine Digitalisierungs­affinität.

Also hoffen Sie, dass dieses Papier in irgendeiner Schublade vor sich hindämmert?

Nein. Doch wir haben eine ­sachliche und rechtliche Gegenposition.

Und die wäre?

Wir glauben, dass ein solches Verbot verfassungs- und europarechtswidrig wäre. Wir würden gegebenenfalls den Rechtsweg beschreiten bis vor das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof.

Sie sprechen ein Gutachten des deutschen Wirtschaftsministeriums an, das keinen Zusammenhang zwischen dem Apothekensterben auf dem Land und dem Onlineversand sieht.

Genau. Ausserdem zeigen Umfragen in der Bevölkerung, dass der Onlineversand gewünscht wird, gerade weil oft die Apotheke in der Nähe fehlt. Der Versand ist eine Lösung und nicht das Problem.

Eine andere Idee in Deutschland war der Versand von Medikamenten an eine Automatenabholstation, um die Landbevölkerung zu versorgen. Ihr Versuch in Hüffenhardt ist allerdings von einem Gericht gestoppt worden. Ist die Idee gestorben?

Auf keinen Fall. Bemerkenswert ist jedoch: Es gibt in Hüffenhardt keine Apotheke, keine Rezeptsammelstelle, und unsere Videoberatung mit Medikamenten­abgabe soll dennoch verhindert werden. Den Bürgern ist durch die Schliessung also nicht geholfen. Ich bin überzeugt, dass neue und digitale Ansätze erforderlich sind, um den Menschen vor Ort Lösungen zu bieten.

Amazon steigt in den Medikamentenversand in den USA ein. Eine Gefahr für Sie?

Nein. Es ist ein langer Weg für Amazon nach Europa. Bis dahin werden wir unsere Marktführerschaft weiter ausbauen. (bor)

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