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«Ein ruinöser Preiskampf»

Der Thurgauer Malermeister Mario Freda aus Arbon ist der neue Präsident des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes (SMGV). Innerhalb eines Jahres will er den Verband reorganisieren.
Stefan Borkert
Mario Freda Zentralpräsident SMGV

Mario Freda Zentralpräsident SMGV

Herr Freda, wann und wo haben Sie zuletzt selbst den Pinsel als Malermeister geschwungen?

Mario Freda: Jeden Tag. Ich arbeite immer noch und sehr gerne in meinem Arboner Betrieb Frenicolor mit, den ich vor 26 Jahren mit meinem Geschäftspartner Ugo Nicoló gegründet habe.

Sie engagieren sich für die Wohnbaugenossenschaft (WBG) Pro Familia in Arbon. Was ist Ihre Aufgabe dort?

Freda: Bei der Wohnbaugenossenschaft Pro Familia Arbon, handelt es sich um eine WBG, welche günstigen Wohnraum für Familien und Senioren schafft, und das seit über 50 Jahren. Ich bin im Ehrenamt seit dem Jahr 2000 im Vorstand und seit 2009 deren Vizepräsident. Hauptsächlich bringe ich meine Bauerfahrung ein.

Als Thurgauer Handwerker kennen Sie die Situation auf dem Bau im Grenzgebiet. Sind die Auftragsbücher der Schweizer Gipser und Maler noch voll?

Freda: Die Auftragslage im Ausbaugewerbe und somit auch in der Maler- und Gipserbranche sind generell sehr gut und dies selbst in Grenznähe. Allerdings besteht ein ruinöser Preiskampf, welcher sich völlig konträr zur Auftragslage präsentiert. Aber es ist davon auszugehen, dass sich das Bauvolumen in absehbarer Zeit doch abschwächen wird.

Von meinem Nachbarn weiss ich, dass er mehrere Monate lang nach der Annahme des Angebots, auf die Handwerker, es ist immerhin ein Traditionsbetrieb aus der Region, warten musste. Sind Aufträge im Bereich von 1000 bis 3000 Franken derzeit nicht mehr lukrativ genug?

Freda: Das glaube ich nicht. Ich kann diese Frage nur aus der Sicht meines eigenen Handwerkbetriebes beantworten. Wir bemühen uns auch um Kleinaufträge und schenken auch diesen die gebührende Aufmerksamkeit. Ich kann ihrem Nachbarn nur empfehlen, sich nach einem anderen Handwerksbetrieb umzusehen, welcher dies auch so sieht.

Zur Verbandsarbeit. Sie sind Präsident SMGV ad interim zunächst für ein Jahr. Warum eigentlich ad interim?

Freda: Das liegt in erster Linie daran, dass der Zentralpräsident recht kurzfristig seinen Rücktritt erklärt hat. Da musste ich dann natürlich als Vize übernehmen. Aber ich habe Freude auch an meinem Beruf und fühle mich unseren Berufsständen verpflichtet. Ich engagiere mich deshalb mit Herzblut. Andernfalls wäre ich nicht seit sechs Jahren im Zentralvorstand. Eigentlich hatte ich keine Ambitionen, Zentralpräsident zu werden.

Jetzt sind Sie es aber doch.

Freda: Ja. Das ist nun meine Aufgabe, meine Pflicht. Als Vizepräsident wusste ich, dass das eintreffen könnte.

Geht das, Betrieb und Amt?

Freda: Diese Frage wurde mir schon öfters gestellt. Ich bin in der glücklichen Lage, meine Firma mit einem Geschäftspartner zusammen zu führen. Er ist bereit, gerade im administrativen Bereich, mehr zu übernehmen. Dadurch ist mein Engagement für den SMGV gut abgefedert.

Sie wollen den Verband neu aufstellen. Warum?

Freda: Der SMGV ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen. Wir haben derzeit viele Projekte am Laufen. Das macht es wirklich schwer, den Verband in seiner jetzigen Form übersichtlich zu führen. Ich sehe es als meine dringlichste Aufgabe an, die Strukturen entscheidend zu verschlanken. Die Strukturen müssen so angepasst werden, dass sie auch zeitgemäss sind und dem komplexen Gebilde SMGV gerecht werden.

Wo wollen Sie den Hebel ansetzen?

Freda: Wir brauchen eine Entschleunigung, und Ruhe. Unsere Leute, die eine enorme Arbeit leisten, dürfen nicht mit Aufgaben derart zugedeckt werden, dass sie diese nicht mehr erfüllen können. Das gilt für Verbandsfunktionäre genauso wie für die Mitarbeitenden in der Zentrale.

Können Sie konkreter werden?

Freda: Unternehmerisch ausgedrückt will ich das strategische vom operativen Geschäft trennen.

Warum die Frist von einem Jahr?

Freda: Wie gesagt, ich wollte nicht unbedingt Zentralpräsident werden. Helfe aber gern. Der neue Präsident wird seine strategische Führungsaufgabe nur wahrnehmen können, wenn ich ihm den Verband mit sinnvollen Strukturen und lösbaren Aufgaben übergebe.

Und wenn das Jahr nicht reichen sollte?

Freda: Sollte das für eine saubere Reorganisation nötig sein, würde ich weiter zur Verfügung stehen.

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