«Ein preisaggressives Land»

Media Markt hat sein Konzept komplett überarbeitet. Jetzt setzt der Anbieter von Elektronik und Elektrogeräten auf ein vernetztes Konzept von stationären Märkten und Internet.

Stefan Borkert
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Wolfgang Kirsch, inzwischen Geschäftsleiter der Media-Saturn-Holding, hat Media Markt 1994 in die Schweiz gebracht und aufgebaut. (Bild: Stefan Borkert)

Wolfgang Kirsch, inzwischen Geschäftsleiter der Media-Saturn-Holding, hat Media Markt 1994 in die Schweiz gebracht und aufgebaut. (Bild: Stefan Borkert)

ZÜRICH. Bei Media Markt Schweiz hat ein Strategiewechsel stattgefunden. Noch vor einem Jahr habe man, zumindest nach aussen, ganz auf den Preis gesetzt, Das sagt Wolfgang Kirsch, Chef der Media-Saturn-Holding mit Sitz im deutschen Ingolstadt. Dabei sei der Kundenservice ins Hintertreffen geraten. «Der Preis ist uns immer noch wichtig. Aber er ist nicht alles.» Es werde nun nicht mehr nur über den Preis geworben, sondern auch mit der Beratung und dem Kundenservice. «Die Schweiz ist ein preisaggressives Land», stellt Kirsch fest.

Aufholjagd im Internet

Ein weiteres Element der neuen Konzeption ist der Ausbau des Internetangebots. Ziel ist die vollständige Verlinkung. Will heissen, dass der Kunde sich zum Beispiel im Markt beraten lassen und ein Produkt kennenlernen kann und dann online von zu Hause aus bestellt. Erfüllt die Ware die Erwartungen nicht, kann sie in jedem Media-Markt zurückgegeben werden. Mit dem Ausbau des Onlineshops, dem Service und der Beratung tritt Media Markt auch dem Vorwurf entgegen, man habe das Internetgeschäft verschlafen.

Kirsch, der 1994 in der Schweiz das Media-Markt-Geschäft aufgebaut hat, erklärt, man fahre nun mit einer Multichannel-Strategie. Media Markt setze auf mehrere Verkaufskanäle. «Das eröffnet uns auch die Möglichkeit, kleinere Märkte zu eröffnen», sagt Karsten Sommer, seit vier Jahren Chef von Media Markt Schweiz. Wobei die Verkaufsfläche immer noch um die 1000 m2 betragen wird.

Noch dieses Jahr sollen in der Schweiz zwei solcher Märkte eröffnet werden. Auch das werde durch die Verknüpfung von stationärem und Online-Angebot möglich. In den kleineren Märkten könnten Kunden so auf das gesamte Sortiment zugreifen. Habe man noch vor wenigen Jahren das stationäre Konzept in der Branche für so gut wie tot erklärt, so erlebe es jetzt in Verbindung mit verbesserter Beratung, Reparatur und Kundenservice sowie der Internetanbindung eine Renaissance. Und Kirsch sagt weiter, dass Media Markt in diesem Bereich inzwischen die Nase vorn habe.

Drive-in bleibt

Schweiz-Chef Sommer zeigt sich überzeugt, dass die Strategie für die Zukunft verhebt. Nicht abrücken will er vom sogenannten Drive-in, wie man es sonst von Fastfood-Ketten kennt. Letztes Jahr ist in St. Gallen der erste Media-Markt der Schweiz mit einem solchen Angebot eröffnet worden. Es wird aber nicht sehr intensiv genutzt. Die örtlichen Gegebenheiten seien nicht optimal, gibt Sommer zu. Das müsse man verbessern. «Nicht jeder Standort ist für Drive-in geeignet. Aber es gibt auch welche, wo es wirklich Sinn macht.»

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