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Ein Ort der Träume – und ein Tabu

VANCOUVER. Die Stadt Vancouver an der Westküste Kanadas ist ein Ort der Träume für wohlhabende Chinesen. Hier stecken sie ihre Kinder in gute Schulen, ihr Geld in Immobilien und ihr Vertrauen in die Stabilität und Sicherheit des Landes.

VANCOUVER. Die Stadt Vancouver an der Westküste Kanadas ist ein Ort der Träume für wohlhabende Chinesen. Hier stecken sie ihre Kinder in gute Schulen, ihr Geld in Immobilien und ihr Vertrauen in die Stabilität und Sicherheit des Landes. Chinesische Väter kaufen eine Millionenvilla am Pazifik, lassen die Familie in Vancouver zurück und führen ihre Geschäfte in Asien weiter. Es ist aber auch ein Tabu in Vancouver, über die Exzesse reicher Chinesen zu sprechen. Zu viele profitieren von deren Geld: Banken, Immobilienagenten, Bauunternehmer, Läden, Autohändler, Hotels, Restaurants, Juweliere. Sie alle haben Leute eingestellt, die Mandarin oder Kantonesisch sprechen. «In Vancouver kann man ohne Englisch gut leben», sagt Craig Stowe, der Ausstellungen mit Luxusautos organisiert.

Keine offiziellen Daten

Die Stadtbehörden veröffentlichen keine Daten über den Zustrom reicher Chinesen. Es wird auch offiziell nicht ermittelt, wie viele Immobilien diese kaufen und dadurch die Häuserpreise in astronomische Höhen treiben – oder wie weit Geldwäsche stattfindet. «Niemand möchte als rassistisch kritisiert werden», sagt Stowe. Durchschnittsverdiener können sich in Vancouver kein Haus mehr leisten in einem Mekka für Reiche, in dem aber das tatsächlich verfügbare Einkommen nach Lebenskosten im Städtevergleich das niedrigste in ganz Kanada ist. Wegen des wachsenden Unmutes macht der linke Abgeordnete David Eby auf Missstände aufmerksam – mit wenig Erfolg.

Der Auslandskorrespondent der South China Morning Post, Ian Young, ist einer der wenigen Journalisten, der das Wohlstandsgefälle kritisiert: Er sagt, für jüngere Kanadier sei die Lage «ein riesiges soziales Problem». Aber Diskussionen darüber würden mit dem Vorwurf Rassismus abgewürgt. Manche Vancouveriten schweigen heute, wie Shin Yi vom Autoverkäufer Luxury Motor. Der «New York Times» sagte er noch vor kurzem, dass viele Kinder korrupter Beamter aus China in Vancouver lebten. «Hier können sie ihr Geld zur Schau stellen», wird er zitiert. (B. C.)

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