Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Chinesischer Smartphone-Gigant will mitmischen

In Europa sind die Smartphones der chinesischen Firma Xiaomi nur bei Tech-Enthusiasten ein Begriff. Dabei zählt die Firma zu den bedeutendsten Smartphone-Verkäufern Asiens. Nun plant Xiaomi den Börsengang – einer der weltweit grössten in diesem Jahr.
Felix Lee, Peking
Xiaomis neues Smartphone Mi Mix 2S (links) soll Apple und Samsung Konkurrenz machen. (Bild: Quilai Shen/Bloomberg (Schanghai, 27. März 2018))

Xiaomis neues Smartphone Mi Mix 2S (links) soll Apple und Samsung Konkurrenz machen. (Bild: Quilai Shen/Bloomberg (Schanghai, 27. März 2018))

Stahlkugeln sausen auf das Gehäuse des Smartphones nieder. Kein Kratzer. Selbst Schläge mit eiserner Bratpfanne lassen das Gerät unversehrt. Diese zugegeben ungewöhnliche Präsentation des Smartphones des chinesischen Herstellers Xiaomi ist zwar schon zwei Jahre her. Sie hat sich aber bis heute in die Köpfe vieler Chinesen eingebrannt.

Seit Xiaomi vor zwei Jahren mit seinem ersten Smartphone auf den Markt gekommen ist, steht der Hersteller aus der südchinesischen Hightech-Metropole Shenzhen nicht nur dafür, Geräte herzustellen, die es sowohl technisch als auch vom Design her mit Apples iPhone oder Samsungs Galaxy aufnehmen können. Xiaomi-Gründer Lei Jun ist es gelungen, einen ähnlichen Kult um seine Geräte zu schaffen wie einst Steve Jobs mit neuen Apple-Produkten. Jeder Präsentation von Xiaomi fiebern Chinesen und Fans weltweit ähnlich spannungsgeladen entgegen.

Grösster Börsengang seit Alibaba

Nun plant Xiaomi in Hongkong den Börsengang, Gerüchten zufolge sogar schon im Juni. Bis zu 10 Milliarden US-Dollar will Firmenchef Lei laut Insiderkreisen einnehmen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre das die grösste Emission eines chinesischen Unternehmens seit Alibabas spektakulärem Börsengang von 2014. Der spülte Chinas führendem Onlinehändler mehr als 25 Milliarden Dollar in die Kasse. Vor allem die Bewertung Xiaomis lässt die Herzen von Investoren weltweit höher schlagen. Angeblich mit 80 Milliarden Dollar könnte Xiaomi bei einem Börsengang bewertet werden, einige Experten vermuten gar mit bis zu 100 Milliarden Dollar. Xiaomi-Smartphones punkten aber nicht nur mit einer Technologie, die es mit den Spitzenprodukten von Apple und Samsung aufnehmen können, sondern auch mit der edel anmutenden Verarbeitung. «Kein anderes Smartphone hatte bis dato so wenig Rahmen rund um das Display wie das der Chinesen», urteilt die Branchenplattform Aeromobile. Das derzeit aktuellste Modell etwa, der Mi Mix 2S, verfügt über eine garantiert kratzfeste Keramikoberfläche. Zudem sind die Smartphones von Xiaomi sehr viel günstiger als ein iPhone. Die Preise liegen zwischen 80 und 600 Dollar. In Europa war Xiaomi, was übersetzt «Hirse» heisst, bislang nur Smartphone-Enthusi­asten ein Begriff. Die schicken Smartphones mit dem Mi-Emblem sind auf den europäischen Märkten denn auch nur über den Online-Handel erhältlich gewesen, häufig über Schwarzmärkte. Erst seit einigen Monaten gibt es in Spanien die ersten Xiaomi-Läden, weitere werden derzeit in Mailand, Paris und in Wien eröffnet. Zudem hat Xiaomi den ersten europäischen Anbieter für sich gewinnen können. Über die Marke Three bietet der britische Netzbetreiber Hutchinson neuerdings Xiaomi-Geräte in Gross­britannien, Irland, Dänemark, Schweden und Österreich an.

Börsengang zum Aufbau des eigenen Vertriebsnetzes

Weltweit ist Xiaomi heute die Nummer vier unter den Smartphone-Verkäufern. Allein im ersten Quartal 2018 hat der chinesische Konzern mehr als 27 Millionen Exemplare ausgeliefert, den grössten Teil in China selbst. Doch auch in den grossen Wachstumsmärkten Indien, Südostasien, Russland und dem Nahen Osten sind die Geräte aus der Volksrepublik äusserst beliebt.

In Asien punktet Xiaomi zudem mit dem Verkauf von Staubsaugrobotern, Luftreinigern, Fitnessarmbändern und Drohnen – alle mit dem Smartphone steuerbar. Mehr als 450 Produkte zählt Xiaomi in seinem Sortiment. Fast 70 Prozent der Erlöse macht das Unternehmen weiterhin mit dem Smartphone. Und dabei sind die Margen gering. Während Apple Branchenexperten zufolge rund 60 Prozent Bruttomarge erzielt, sollen es bei Xiaomi nur knapp 10 Prozent sein. Das ganz grosse Geschäft wittert Xiaomi auch gar nicht bei den Endgeräten, sondern bei den eigenen Internetdienstleistungen und dem Sammeln von Daten über seine diversen Smartgeräte. Um die Geräte nun weltweit zu verbreiten, setzt Xiaomi auf den Aufbau von Xiaomi-Boutiquen. Der Aufbau eines solchen Ladennetzes ist aber kostspielig. Daher der Börsengang.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.