«Ein Klumpenrisiko»

24 000 Beschäftigte, 300 Betriebe, 9 Mrd. Fr. Umsatz – das sind Eckwerte des Industriezweigs der Schweizer Autozulieferer. Ermittelt hat diese Daten das Swiss Center for Automotive Research (Swiss CAR) an der Universität Zürich in einer Studie, die im vergangenen Jahr publiziert worden ist.

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24 000 Beschäftigte, 300 Betriebe, 9 Mrd. Fr. Umsatz – das sind Eckwerte des Industriezweigs der Schweizer Autozulieferer. Ermittelt hat diese Daten das Swiss Center for Automotive Research (Swiss CAR) an der Universität Zürich in einer Studie, die im vergangenen Jahr publiziert worden ist. «Die Zahlen sind im wesentlichen noch immer gültig», sagt Swiss-CAR-Direktorin Anja Schulze.

Momentan keine Sorgen

Sorgen um die hiesige Zulieferbranche wegen des VW-Skandals macht sich die Professorin momentan nicht: «Wer an VW liefert, der beliefert auch viele andere Hersteller.» Insofern sei «die breite Diversifizierung des Kundenportfolios ein Vorteil», sagt Schulze. Zwar könnte Volkswagen als Folge des Skandals Marktanteile verlieren, die Kunden würden aber auf Marken anderer Hersteller ausweichen. «Es ist ja nicht so, dass alle Menschen plötzlich nur noch den öffentlichen Verkehr benutzen.»

«Dann hätten wir ein Problem»

Allerdings: «Falls sich herausstellen sollte, dass auch die anderen deutschen Autohersteller betrogen haben, dann hätten wir ein Problem», sagt Schulze. Die Expertin hat schon vor gut drei Jahren darauf hingewiesen, dass sich die Schweizer Zulieferer von der serbelnden französischen Autoindustrie vermehrt ab- und den deutschen Autobauern zuwenden. Mit Abstand wichtigster Endkunde sei Ford mit drei deutschen Standorten, gefolgt von Mercedes, BMW, Audi und VW. Der Fokus auf Deutschland sei «ein Klumpenrisiko», sagt Schulze. Gestern aber haben BMW, die Opel-Mutter General Motors, Mercedes-Hersteller Daimler sowie die italienische Fiat vorerst versichert, mit ihren Abgaswerten sei alles in Ordnung. (T. G.)