Ein Gütesiegel für faire Liegenschaftsbewertung

WEINFELDEN. Um bei Liegenschaftstransaktionen böse Überraschungen zu vermeiden, ist die Ermittlung des fairen Werts des Objekts ein zentrales Kriterium. Darum hat Werner Fleischmann, Inhaber von Fleischmann Immobilien in Weinfelden, ein Label namens «Preis bankgeprüft» geschaffen.

Drucken
Teilen

WEINFELDEN. Um bei Liegenschaftstransaktionen böse Überraschungen zu vermeiden, ist die Ermittlung des fairen Werts des Objekts ein zentrales Kriterium. Darum hat Werner Fleischmann, Inhaber von Fleischmann Immobilien in Weinfelden, ein Label namens «Preis bankgeprüft» geschaffen. Dabei prüfen die Immobilienexperten den Verkaufspreis respektive den realen Wert, den sie in der Dokumentation einer Liegenschaft angeben, zuerst mit einem lokal verwurzelten Bankexperten. In die Dokumentation aufgenommen werde dann der Preis, der als geprüfte Belehnungsbasis für die Hypotheken einer lokalen Bank gelte.

Die Reaktionen sind geteilt. Thomas Mesmer, Präsident des Regionalverbands der Immobilientreuhänder, Svit Ostschweiz, findet Fleischmanns Label «eine interessante Idee». Zum einen sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, zum anderen sind Banken in der Hypothekenvergabe restriktiver geworden. Deshalb sei es besonders wichtig, reale Werte zu ermitteln. Mesmer kann sich vorstellen, die Idee der Bankprüfung im Vorstand des Svit zu diskutieren.

Eine andere Stimme aus dem Umfeld des Svit dagegen kann dem Label «nichts abgewinnen» und spricht von einem «reinen Marketingtrick». Denn eine Bank «schätzt nie den Verkehrswert einer Immobilie, sondern liegt meistens darunter». Der Kritiker rät, Liegenschaften stets von einem neutralen Immobilienschätzer bewerten zu lassen. Fleischmann sagt, das sei natürlich auch eine gute Lösung, und dass er mit seinem Label auch Marketing betreiben wolle, verstehe sich von selbst. (T. G.)