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Ein Grandhotel der Belle Epoque

Das Hotel Waldhaus in Sils gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichen Leuchttürmen der Engadiner Hotellerie. So jedenfalls sieht es die Jury des Prix SVC Ostschweiz. Das Hotel hat es bis in den Final des KMU-Preises geschafft.
Fadrina Hofmann
Patrick (links) und Claudio Dietrich im Felsenzimmer des Waldhauses Jakob. Sie leiten das Hotel in der 5. Generation. (Bilder: Gian Giovanoli)

Patrick (links) und Claudio Dietrich im Felsenzimmer des Waldhauses Jakob. Sie leiten das Hotel in der 5. Generation. (Bilder: Gian Giovanoli)

SILS. Selbst bei vollem Haus gibt es im Silser Traditionshotel Waldhaus ruhige Plätze zum Verweilen für Gäste. Halle, Bar, Empire-Salon, Lesezimmer und die hohen, weiten Salons sind, was sie schon immer waren: Räume zum Wohnen, Lesen, Denken, Reden, Spielen. Wer im «Waldhaus» residiert, erlebt ein Grandhotel wie zu den Zeiten der Belle Epoque. Täglich gibt es ein Teekonzert in der Halle mit dem Waldhaus-Trio. Am Abend wird zum Tanz in der alten Bar von 1908 gebeten. Der blaue Salon ist noch genau so wie zu Gründerzeiten, und die Uhren im ganzen Haus werden noch über eine Zentraluhr von Hand aufgezogen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum der Waldhaus-Gast immer das Gefühl hat, die Tage verlaufen in Sils eine Spur gemächlicher.

Tradition in der 5. Generation

Tatsache ist, dass das Hotel Waldhaus trotz Wirtschafts- und Tourismuskrise gut gebucht ist. Dies, obwohl die Preise des 5-Sterne-Hauses alles andere als tief sind und Ferien im Ausland im Vergleich zu den Vorjahren um 30% bis 50% günstiger geworden sind. Doch im «Waldhaus» werden zwei Sachen angeboten, die je länger je mehr geschätzt werden: Qualität und Kontinuität. Seit 2010 hat mit den Brüdern Claudio und Patrick Dietrich die fünfte Generation die operative Leitung. Claudio Dietrich kümmert sich vor allem um Essen, Trinken und Administration. Patrick Dietrichs Hauptbereich ist die Beherbergung. Diese gemeinsame Führung hat Tradition. «Kein farbloses Kollektiv, sondern die engagierte Zusammenarbeit von überzeugten Individualisten», heisst es in der Informationsbroschüre des Hotels. Unterstützt werden die Brüder noch von Schwester Carla, von Cornelia Dietrich, der Ehefrau von Claudio, und weiterhin von den Eltern Felix und Maria Dietrich sowie von Onkel Urs Kienberger. Der Slogan des Hotels «A family affair since 1908» ist Programm und wird tagtäglich gelebt. «<Family affair> ist sicher ein wichtiges Puzzleteil für den Erfolg des Hotels», antwortet Claudio Dietrich auf die Frage nach dem Geheimrezept des Hotels Waldhaus. «Familie» fasst er allerdings viel weiter. Da gehören die 145 Mitarbeiter ebenso dazu wie die Gäste. Ein Blick auf die Mitarbeiterliste zeigt, dass viele von ihnen dem Hotel seit Jahren oder gar Jahrzehnten treu bleiben. Der dienstälteste Mitarbeiter hat 1966 als Kellerbursche angefangen und ist heute Concierge. Ähnlich sieht es bei den Gästen aus.

70 Prozent Stammgäste

Rund 70% sind Stammgäste. Die meisten kommen aus der Schweiz und Deutschland. Mit einigen Gästen haben die Geschäftsführer noch gemeinsam im hauseigenen Kinderclub gespielt. Der persönliche Charakter ist im «Waldhaus» von zentraler Bedeutung. Die Philosophie lautet: Jeder Gast ist ein VIP. «Wir bringen unseren Mitarbeitern bei, mit den Gästen so umzugehen, wie sie selbst auch behandelt werden möchten», erklärt Felix Dietrich. Der Gast müsse sich auf unaufdringliche Art beachtet und abgeholt fühlen. «Ziel ist nicht einfach, Zimmer zu verkaufen, sondern den Gästen ein Ferienerlebnis zu bieten», sagt Claudio Dietrich. Dazu gehören Platz, Zeit, Natur, kulinarische und kulturelle Genüsse.

Das Hotel ist bekannt für sein Kulturprogramm. «Das Waldhaus ist aber kein Kultur-, sondern ein Ferienhotel. Kultur ist nur ein Pfeiler vom Gesamtangebot», betont Felix Dietrich. Kultur sei einfach etwas, das in dieses Haus gut passe. Persönlichkeiten wie Friedrich Dürrenmatt, Marc Chagall oder David Bowie waren schon Gäste. Zuletzt wurde der Film «Sils Maria» mit Kristen Stewart und Juliette Binoche unter anderem auch im «Waldhaus» gedreht. «Damit alles so bleibt, muss sich immer viel ändern», schreibt die Eigentümerfamilie im Gästebulletin. «Ohne ständige Verbesserungen und Ideen hätte das <Waldhaus> nie überlebt», meint Claudio Dietrich. Und das «Waldhaus» solle auch in Zukunft ein Familienunternehmen bleiben.

Einer der ruhigen Aufenthaltsräume und Treffpunkte für Gäste. (Bild: GIAN GIOVANOLI)

Einer der ruhigen Aufenthaltsräume und Treffpunkte für Gäste. (Bild: GIAN GIOVANOLI)

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