Ein Diamant für ein Wasserzeichen: Mit ihrer Innovation zum Schutz vor gefälschten Produkten gewinnt die Matriq AG den Jungunternehmerpreis der St.Galler Kantonalbank

Codier- und Markierlösungen für Kunststoffprodukte: Mit diesem individuellen Wasserzeichen zur Rückverfolgbarkeit der Produkte und als Fälschungsschutz hat die St.Galler Matriq AG die Jury überzeugt und den diesjährigen Jungunternehmerpreis «Startfeld Diamant» gewonnen.

Thomas Griesser Kym
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Die Matriq AG gewinnt den «Startfeld Diamant»: Klaus Dietrich, Mitgründer und Technologiechef (links), und André Bernard, Mitgründer und CEO zeigen ihre Freude und den Preis.

Die Matriq AG gewinnt den «Startfeld Diamant»: Klaus Dietrich, Mitgründer und Technologiechef (links), und André Bernard, Mitgründer und CEO zeigen ihre Freude und den Preis.

Bild: PD

Jedes Jahr ziehen Behörden rund um die Welt unzählige gefälschte Produkte aus dem Verkehr. Diese sind nicht nur wirtschaftlich schädlich, beispielsweise für die Hersteller der Originalerzeugnisse, sondern können auch gefährlich sein. Paradebeispiele sind gefälschte Medikamente, die oft nicht nur nichts nützen, sondern die Gesundheit gar schädigen können, oder gepanschter Schnaps.

Aber auch bei abseits von Arznei- oder Lebensmitteln gibt es Risiken bei Fälschungen. Etwa wenn nachgemachte Bauteile verwendet werden, welche die Sicherheit beispielsweise eines Autos oder einer Maschine beeinträchtigen können.

Ein zweidimensionaler Code aufgeprägt

Rückverfolgbarkeit und Fälschungssicherheit sind deshalb wichtige Qualitätskriterien von Produkten. Und hier setzt die Matriq AG an. Das St.Galler Jungunternehmen, gegründet 2019, ist spezialisiert auf Codier- und Markierlösungen für Kunststoffbauteile.

Die von Matriq entwickelte und patentierte DynamicMold-Lösung funktioniert wie ein individuelles Wasserzeichen. Sie wird direkt in das Formgebungswerkzeug des Kunststoffbauteils geliefert und kann einfach und schnell im Herstellprozess implementiert werden. Dabei erhält jedes Kunststoffbauteil direkt im primären Herstellprozess, also im Spritzguss, beim Tiefziehen oder beim Prägen, eine individuelle Seriennummer in Form eines 2D-Codes aufgeprägt.

Individuell und unverwechselbar

Mit dieser individuellen und unverwechselbaren Markierung kann das Produkt jederzeit und eindeutig identifiziert werden. Das bedeutet Rückverfolgbarkeit, bietet Schutz vor Fälschungen und Sicherheit. Gerade bei medizinischen, sicherheitskritischen und wertigen Objekten spielen Rückverfolgbarkeit und Fälschungssicherheit eine zentrale Rolle.

Die Matriq AG wurde von vier langjährigen Forschern der Innerstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs (NTB) gegründet. Das Preisgeld von 30'000 Franken und die Trophäe, den «Startfeld Diamant», haben am Freitagabend zwei der Mitgründer entgegen genommen, CEO André Bernard und Technologiechef Klaus Dietrich.

«Einfacher, billiger und sicherer»

SGKB-Chef und Jurypräsident Roland Ledergerber.

SGKB-Chef und Jurypräsident Roland Ledergerber.


Bild: Benjamin Manser

Die St.Galler Kantonalbank (SGKB) hat den Jungunternehmerpreis zum neunten Mal verliehen. SGKB-Chef und Jurypräsident Roland Ledergerber sagt über die Gewinnerin:

«Die Matriq AG löst auf einfache Art und Weise ein echtes Problem.»

Und Ledergerber ergänzt: «Dank ihres Produktschutzsystems bieten sie Herstellern von Kunststoffprodukten Rückverfolgbarkeit und Fälschungssicherheit. Und das einfacher, billiger und sicherer als die herkömmlichen Methoden.»

Keiner der Finalisten geht leer aus

Die anderen vier Finalisten des «Startfeld Diamant» erhalten ein Preisgeld von je 5000 Franken. Es sind dies die beiden IT-Firmen Actesy und TalentWerk, das Gesundheits-Start-up Vivatum und das Biotech-Start-up Stromal Therapeutics.

Zusätzlich wurde auch dieses Jahr eine Onlineabstimmung durchgeführt. Der Publikumspreis von 2500 Franken geht an das Wittenbacher Jungunternehmen Gossik, das 1353 Stimmen erhalten hat. Gossik hat eine Produktivitäts-App entwickelt, die von den Erfahrungen aller Nutzer lernt, um die Erreichung individueller Ziele zu unterstützen.

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