Trotz Corona: Eigenheime im Kanton Thurgau gewinnen an Wert – auch Wohnungen sind begehrt

Wohneigentum im Kanton Thurgau ist krisenfest. Das zeigt auch eine Erhebung der Thurgauer Kantonalbank.

Stefan Borkert
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Am Bodensee sind Häuser am Teuersten.

Am Bodensee sind Häuser am Teuersten.

Bild: tkb(bo

Ungeachtet der aktuellen Situation steigen die Preise beim Wohneigentum im Kanton Thurgau weiterhin an. Dies zeigt die neuste Ausgabe des Thurgauer Eigenheim-Index, der halbjährlich von der Thurgauer Kantonalbank (TKB) in Zusammenarbeit mit dem Immobilien-Beratungsunternehmen Jazi erstellt wird.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL) unter den Immobilieninvestoren in der Schweiz besagt, dass 73 Prozent der Umfrageteilnehmer von einem mittelfristig gleichbleibend tiefen Zinsniveau in der Schweiz ausgehen. 14 Prozent erwarten sogar noch weiter sinkende Zinsen. Da Zinserwartungen einen dominierenden Faktor für die Preisfindung bei Immobilienanlagen darstellen, unterstützt dieses Ergebnis die Stabilität des Immobilienmarktes.

Das gilt auch für den Kanton Thurgau. Die Preise für Wohneigentum steigen weiter an. Per Ende März ist im Kanton Thurgau in der Halbjahressicht ein Plus von 1,5 Prozent zu beobachten, heisst es in einem Communiqué der TKB. Damit erreiche der Thurgauer Eigenheim-Index beinahe das Niveau des Allzeithochs von 2018. Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen scheinen bei der Bevölkerung gleichermassen begehrt. Innerhalb des Kantonsgebiets fällt beim Index kurzfristig die Marktdynamik im Bezirk Weinfelden auf. In Kombination mit den Preissteigerungen der Vorperiode haben die Werte innert Jahresfrist um 4,4 Prozent zugelegt. Aus Langfristperspektive verzeichne der Bezirk Kreuzlingen die höchsten Wachstumsraten. Über die letzten 20 Jahre beträgt hier die Wertsteigerung der Eigenheime rund 60 Prozent.

Begehrte Wiesen im Kanton Thurgau. Im Bild: Hier gleiste der Steckborner Stadtrat 2019 eine Arealentwicklung für eine Bebauung auf.

Begehrte Wiesen im Kanton Thurgau. Im Bild: Hier gleiste der Steckborner Stadtrat 2019 eine Arealentwicklung für eine Bebauung auf.

Bild: Andrea Stalder

Abschwächung und Wertschätzung

Ob und in welcher Form diese Entwicklungen eine Fortsetzung finden werden, sei ungewiss. Je nach Ausmass der erwarteten Rezession und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sei grundsätzlich von einer Abschwächung der Nachfrage, namentlich im Hochpreissegment, auszugehen, heisst es bei der TKB. Ähnliche Effekte seien aufgrund der tieferen Zuwanderung aus dem Ausland zu erwarten. Andererseits gelte Wohneigentum in Krisenzeiten mit volatilen Finanzmärkten häufig als sicherer Hafen. Die erhöhte Wertschätzung der eigenen vier Wände und das weiterhin attraktive Zinsniveau wirkten sich entsprechend stützend auf die Preise aus.

Basis für den Eigenheimindex der TKB sind nicht die Wunschpreise in Inseraten, sondern jene, die bei den Handänderungen bezahlt wurden.