EIGENHEIM: Wo auch Krankenschwestern ein Haus kaufen können

Die Studie eines Hypotheken-Vermittlers zeigt: Angestellte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen können sich mitunter in der Ostschweiz am ehesten ein Eigenheim leisten. Bauarbeiter haben in der Regel zu wenig Vermögen.

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Angestellte im Gesundheitswesen können sich gemäss einer Studie noch Wohneigentum in der Ostschweiz leisten. Bauarbeiter hingegen nicht. (Bild: Benjamin Manser)

Angestellte im Gesundheitswesen können sich gemäss einer Studie noch Wohneigentum in der Ostschweiz leisten. Bauarbeiter hingegen nicht. (Bild: Benjamin Manser)

Wer in der Ostschweiz ein Einfamilienhaus kaufen will, muss mindestens 200'000 Franken zusammenkratzen. Zudem sollte das Haushaltseinkommen rund 180'000 Franken betragen. Die Zahlen des Hypotheken-Vermittlers Moneypark legen den Schluss nahe, dass sich junge Familien ohne finanzielle Unterstützung der Grosseltern oft kein eigenes Haus mehr leisten können.

Nun habe das Unternehmen mit einer Studie untersucht, welche Berufsgruppen sich in welchen Regionen der Schweiz überhaupt noch eigenen Wohnraum leisten können, wie es in einer Mitteilung heisst. Dazu wurden laut Moneypark-Sprecherin Joëlle Gautier über 20'000 Anfragen für Hypotheken aus den Jahren 2012 bis 2016 ausgewertet. Anhand dieser Daten habe man das Einkommen der einzelnen Berufsgruppen und die Immobilienpreise in den jeweiligen Grossregionen abgeleitet. Gerechnet wurde mit einem 1,5-fachen Einkommen, "da Immobilien selten von Einzelpersonen erworben werden", schreibt der Finanzdienstleister weiter.

Ostschweizer Immobilien kosten 600'000 Franken

Demnach haben Angestellte im Gesundheits- und Sozialwesen am ehesten in der Ostschweiz sowie im Mittelland und der Nordwestschweiz die Chance, ein Eigenheim finanzieren zu können. In der Ostschweiz rechnet Moneypark mit einem Medianpreis von 600'000 Franken für eine Immobilie. Bei einer Belehnung, also Fremdfinanzierung, von 80 Prozent gebe diese Berufsgruppe 31 Prozent des Haushaltseinkommens für die laufenden Kosten aus.

Pech haben gemäss Moneypark hingegen Ostschweizer Angestellte aus dem Bauwesen. Gemäss Mitteilung scheitere der Hauskauf in dieser Berufsgruppe am Eigenkapital: Rund 15'000 Franken fehlten, um den Hauskauf mit einer Hypothek zu finanzieren. Eine Finanzierung zu bekommen, sei nur möglich, wenn man praktisch die gesamten Vermögenswerte inklusive der Gelder aus der 2. und 3. Vorsorgesäule einsetze. Bauarbeiter haben gemäss Studie nur noch im Mittelland und der Nordwestschweiz eine realistische Chance auf eigenes Wohneigentum.

Angestellte im Gastgewerbe und dem Detailhandel können sich gemäss der Studie übrigens in keiner Region der Schweiz Wohneigentum leisten. Einzig Banker und Lehrer hätten in allen Regionen keine Mühe, sich ein Eigenheim zu kaufen. (jw)