Effizienz der Motoren weiter verbessern

In Arbon werden bahnbrechende technologische Innovationen für den Lastwagen marktreif gemacht. Innovative Lösungen sind heute gefragt, um die hohen Anforderungen der Hersteller und Märkte zu erfüllen.

Martin Sinzig
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Als Saurer bis nach Brasilien verkaufte: Rudolf Baer, Präsident Oldtimer-Club Saurer, erläutert einen Lastwagen von 1911. (Bild: Martin Sinzig)

Als Saurer bis nach Brasilien verkaufte: Rudolf Baer, Präsident Oldtimer-Club Saurer, erläutert einen Lastwagen von 1911. (Bild: Martin Sinzig)

ARBON. Im Rahmen ihrer jüngsten Sonderveranstaltung führte das Thurgauer Technologieforum nach Arbon. Dort ist die legendäre Vergangenheit der Firma Saurer nach wie vor spürbar. Am Ort, wo 1934 die Direkteinspritzung für Dieselmotoren patentiert und später das Common-Rail-System entwickelt wurden, schaffen heute Hunderte von Ingenieuren und Mechanikern technologische Innovationen für den Nutzfahrzeugsektor.

Lastwagen als Innovationsträger

«Wir haben Saurer-Gene und Diesel im Blut», sagte Jochen Seifert vor zahlreichen Zuhörern aus der Branche und aus der Politik. Seifert leitet in Arbon das Kompetenzzentrum Nutzfahrzeuge der Rücker AG, einer weltweit tätigen Ingenieurgesellschaft. 25 bis 35 Ingenieure befassen sich in diesem Unternehmen vor allem mit neuen Nutzfahrzeugkonzepten und technisch anspruchsvollen Fahrgestellen.

Diese Arbeiten entstehen zwar nur in virtueller Form. Die Entwicklungskosten bestimmten mit nur 2,5 Prozent Anteil aber immerhin 77 Prozent der Gesamtkosten eines Nutzfahrzeugs. Innovative technische Lösungen seien heute gefragt, um die hohen Anforderungen der Lastwagen-Hersteller- und Märkte zu erfüllen, sagte Seifert. Zuverlässigkeit, Sicherheit und Effizienz stünden dabei im Vordergrund und erreichten neue Meilensteine.

Grosse Fortschritte erzielt

Auf über 40 Jahre in der Entwicklung von Dieselmotoren blickt Meinrad Signer zurück. Er ist Geschäftsführer der FPT Motorenforschung AG. Sie war im Jahre 1982 aus der Motoren-Forschungsabteilung der Firma Saurer entstanden, als diese ihre Nutzfahrzeugaktivitäten einstellte. Heute ist die FPT Motorenforschung AG Teil von Fiat Powertrain Technologies FPT.

In Arbon werde beispielsweise der Grundstein für alle Motoren der Fiat-Gruppe gelegt, sagte Signer weiter. Die 210 Mitarbeitenden, davon die Hälfte Ingenieure, hätten in jüngster Zeit vor allem grosse Fortschritte zur Emissionssenkung erzielt. «Ein neues Nutzfahrzeug ist damit so sauber wie ein Auto», sagte Signer. «Wir haben die Abgasproblematik im Griff.» Jetzt gehe es darum, die Effizienz der Motoren weiter zu verbessern.

Nach so viel technischen Informationen zur aktuellen Technologie hatten die Teilnehmer der Sonderveranstaltung des Thurgauer Technologieforums Gelegenheit, im Saurer-Museum einen Rückblick in die Geschichte einer Firma zu werfen, die bis heute gegenwärtig ist.